Was ist ein Franchisevertrag?
Ein Franchisevertrag ist ein zivilrechtlicher Partnerschaftsvertrag, mit dem der Franchisegeber dem Franchisenehmer gestattet, ein bestehendes Geschäftsmodell unter einer geschützten Marke zu betreiben. Er regelt den Know-how-Transfer, die Marken- und Lizenzrechte, die operative Zusammenarbeit, die Qualitätssicherung sowie wirtschaftliche Rahmenbedingungen wie Gebühren und Investitionen.
Rechtlich betrachtet handelt es sich um einen sogenannten „gemischten Vertrag“, der Elemente des Lizenzvertrags, des Dienstleistungsvertrags, des Handelsvertreterrechts und des Wettbewerbsrechts kombiniert. Grundlage sind unter anderem das BGB, das HGB, das MarkenG sowie die EU-Gruppenfreistellungsverordnung für vertikale Vereinbarungen (Verordnung (EU) 2022/720). Da es kein spezielles Franchisegesetz gibt, ist die vertragliche Ausgestaltung besonders entscheidend.
Wann braucht man einen Franchisevertrag?
1. Eintritt in ein bestehendes Franchise-System
Wenn du einem Franchise-Netzwerk beitrittst, schafft der Vertrag einen rechtlich belastbaren Rahmen dafür, wie du das Geschäftsmodell betreibst und welche konkreten Leistungsstandards einzuhalten sind. Die Regelungen betreffen nicht nur Marken- und Lizenzrechte, sondern auch operative Kernprozesse wie Qualitätskontrollen, Berichtswesen, Marketingintegration oder die Nutzung von Systemhandbüchern. Darüber hinaus wird definiert, wie tief du in die organisatorischen Strukturen eingebunden wirst, etwa durch verpflichtende Schulungen, regelmäßige Audits oder Teilnahme an Systemmeetings. Der Franchisevertrag dient dabei als Sicherungsinstrument für einheitliche Markenführung und schützt das gesamte Netzwerk vor Abweichungen, die dem Markenimage oder den Geschäftsergebnissen schaden könnten. Ohne diese vertragliche Grundlage wäre die Systemintegrität kaum aufrechtzuerhalten, da selbst wesentliche Vorgaben – wie Corporate Design, Produktstandards oder interne Abläufe – nicht einheitlich durchgesetzt werden könnten.
2. Aufbau eines eigenen Franchise-Systems
Wenn du ein eigenes Franchise-System entwickelst, fungiert der Vertrag als strategisches Steuerungsinstrument, das klare Bedingungen für Wachstum, Partnereignung und Markenkonsistenz schafft. Er legt fest, welche Bestandteile deines Geschäftsmodells standardisiert und skalierbar sind und wie potenzielle Franchise-Partner diese Komponenten verbindlich umsetzen müssen. Dazu gehören nicht nur Marken- und Know-how-Schutz, sondern auch strukturierte Schulungsprogramme, einheitliche Betriebsprozesse sowie Mechanismen zur Systemüberwachung. Ein professionell gestalteter Vertrag verhindert, dass Franchisenehmer eigenständig Prozesse verändern, das System verwässern oder vertrauliche Informationen weitergeben. Zudem schafft der Vertrag verbindliche Regeln zur Gebietsentwicklung, sodass du Expansion strategisch steuern kannst, ohne interne Konkurrenz oder chaotische Standortentscheidungen zu riskieren. Für Franchisegeber ist er deshalb nicht nur ein rechtliches Dokument, sondern ein operativer Bauplan für ein reproduzierbares und wirtschaftlich tragfähiges Geschäftsmodell.
3. Nutzung geschützter Marken, Konzepte und Software
Da Franchise-Systeme auf wiederholbaren Erfolgsfaktoren beruhen, benötigen Franchisenehmer Zugang zu sensiblen Ressourcen wie Marken, Konzepten, Rezepturen, Marketingstrategien, operativen Leitfäden oder proprietärer Software. Der Vertrag regelt daher genau, in welchem Umfang diese Ressourcen genutzt werden dürfen, welche Sicherheitsmaßnahmen gelten und welche Sanktionen greifen, falls geschütztes Know-how missachtet oder weitergegeben wird. Besonders wichtig: Da Marken- und Betriebsgeheimnisse häufig das wertvollste Kapital eines Franchise-Systems darstellen, sollten Lizenzrechte und Geheimhaltungspflichten eng miteinander verzahnt sein. Auch technische Aspekte – etwa Zugriffsrechte auf Software, Datensicherheitsstandards oder Updates – müssen präzise geregelt werden, damit die Nutzung rechtskonform bleibt und das Know-how nicht durch unkontrollierte Weitergabe verloren geht. Ein gut formulierter Vertrag stellt daher sicher, dass sowohl Markenidentität als auch Betriebswissen langfristig geschützt und einheitlich eingesetzt werden.
4. Regelung von Gebühren- und Vergütungsmodellen
Gebühren gehören zu den zentralen wirtschaftlichen Steuerungsmechanismen eines Franchise-Systems. Ein Vertrag muss deshalb genau erläutern, wofür Gebühren erhoben werden, wie sie berechnet werden und wie die Mittel verwendet werden dürfen – beispielsweise für Marketing, Systementwicklung oder zentrale Beschaffungsstrukturen. Eine transparente Gebührenstruktur verhindert Misstrauen und schafft nachvollziehbare finanzielle Rahmenbedingungen, insbesondere bei variablen Gebühren, die sich auf Umsatz, Wareneinsatz oder bestimmte KPIs beziehen. Außerdem sollten Nachweis- und Prüfmechanismen integriert werden, damit sowohl Franchisegeber als auch Franchisenehmer Klarheit über die Berechnungsgrundlagen haben. Gleichzeitig schützt ein sauberer Vertrag den Franchisenehmer vor einseitigen Gebührenerhöhungen, indem er Änderungsprozesse, Begründungspflichten und zulässige Anpassungskorridore definiert. Professionelle Vergütungsmodelle machen das System planbar und stärken die wirtschaftliche Stabilität für beide Seiten.
5. Schutz vor Wettbewerbsrisiken und interner Konkurrenz
Franchiseverträge müssen den Franchisegeber und das gesamte Netzwerk vor interner Konkurrenz und Wettbewerbsverstößen schützen. Dazu gehören klare Gebietszuordnungen, die verhindern, dass zwei Franchisenehmer im selben Einzugsgebiet um dieselbe Zielgruppe konkurrieren. Ebenso wichtig sind Wettbewerbsverbote während und nach der Vertragsbeziehung. Diese dürfen allerdings kartellrechtlich nicht übermäßig einschränkend sein, weshalb der Vertrag klar definieren muss, welche Tätigkeiten tatsächlich als Konkurrenz einzustufen sind und für welchen Zeitraum ein nachvertragliches Verbot gerechtfertigt ist. Auch operative Abgrenzungen – etwa exklusive Produktgruppen, definierte Angebotsformate oder verbotene Parallelgeschäfte – sollten präzise festgelegt werden, um das Geschäftsmodell zu schützen. Ein sorgfältig gestalteter Vertrag sorgt somit dafür, dass das Franchise-System als kooperatives Netzwerk funktioniert, ohne dass einzelne Partner durch unkontrollierte Wettbewerbshandlungen das Gesamtsystem gefährden.
Expertentipp:
Bevor du einen Franchisevertrag unterschreibst, lass dir alle verfügbaren Unterlagen zum System geben – etwa Handbuchauszüge, Zahlen zu bestehenden Standorten und Informationen zur Unterstützung im Alltag. So prüfst du, ob das System zu deinem Profil, deinem Kapital und deinem regionalen Markt passt, und triffst eine fundierte Entscheidung.
Wie erstellt man einen Franchisevertrag?
1. Geschäftsmodell, Marke und Know-how definieren
Bevor du überhaupt über Gebühren, Pflichten oder Gebiete nachdenkst, muss das Fundament präzise beschrieben werden: das Geschäftsmodell. Dazu gehören eine klare Darstellung des Angebots, der Leistungsversprechen, der betriebswirtschaftlichen Logik und der operativen Abläufe, die das System erfolgreich machen. Gleichzeitig muss festgehalten werden, welches Know-how als „systemrelevant“ gilt – etwa Rezepturen, Schulungskonzepte, Softwarelösungen, Marketingstrategien oder Prozesshandbücher. Ebenso wichtig ist die Definition der Markenrechte: Wird eine eingetragene Marke übertragen? Dürfen Logos, Slogans oder Designs genutzt werden? All diese Informationen bestimmen, welche Rechte der Franchisenehmer erhält und welche Geheimhaltungs- und Schutzmechanismen notwendig sind. Eine saubere Systemdefinition verhindert spätere Streitigkeiten darüber, welche Inhalte zum Kern des Franchise gehören und welche nur optional sind.
2. Rechte und Pflichten beider Parteien regeln
Ein Franchisevertrag funktioniert nur dann, wenn er klare Zuständigkeiten setzt und alle Aufgaben beider Parteien eindeutig zuordnet. Der Franchisegeber verpflichtet sich typischerweise dazu, das System bereitzustellen, Schulungen durchzuführen, das Handbuch aktuell zu halten, Marketingmaßnahmen zu koordinieren und Innovationen zu entwickeln. Der Franchisenehmer übernimmt dafür den operativen Betrieb vor Ort, hält Qualitätsstandards ein, führt Personal, berichtet regelmäßig über betriebswirtschaftliche Kennzahlen und nimmt an Schulungen teil. Besonders wichtig ist eine präzise Formulierung dieser Pflichten, da sie die Grundlage für Audits und Leistungsbewertungen bildet. In der Praxis zeigt sich, dass unklare Rollenverteilungen einer der häufigsten Gründe für Konflikte in Franchise-Systemen sind – deshalb sollte der Vertrag sowohl alltägliche Pflichten als auch besondere Situationen (z. B. Neueröffnungen, Systemänderungen, Marketingkampagnen) abdecken. Das Franchise-Handbuch wird zusätzlich als bindende Ergänzung integriert, damit operative Vorgaben nicht im Vertrag überfrachtet werden.
3. Gebührenstruktur und wirtschaftliche Rahmendaten festlegen
Die wirtschaftliche Architektur eines Franchise-Systems steht und fällt mit der Gebührenstruktur. Ein guter Vertrag erläutert deshalb nicht nur die Arten von Gebühren – Eintrittsgebühren, laufende Gebühren, Werbeumlagen, Technologiegebühren –, sondern auch die dahinterstehenden Mechanismen: Wie wird eine umsatzbasierte Gebühr berechnet? Welche Kostenpositionen dürfen in eine Marketingumlage einfließen? Welche Nachweise muss der Franchisegeber liefern, wenn er zentrale Leistungen aus Gebühren finanziert? Zudem sollten Obergrenzen, Anpassungsmechanismen und Prüfungsrechte definiert werden, damit die Gebühren fair und transparent bleiben. Eine klare Struktur schützt beide Seiten: den Franchisenehmer vor überraschenden Kostensteigerungen und den Franchisegeber davor, dass Gebühren rechtlich angreifbar sind oder ihre Grundlage verlieren. Da Gebühren indirekt die Wirtschaftlichkeit des gesamten Systems beeinflussen, gehören sie zu den strategisch wichtigsten Vertragsbausteinen.
4. Standortwahl, Gebietsschutz und Wettbewerbsregelungen
Die Standortwahl ist einer der zentralen Erfolgsfaktoren in jedem Franchise-System. Der Vertrag sollte daher präzise festlegen, wer den Standort auswählt, wie der Entscheidungsprozess abläuft und welche Kriterien gelten – etwa Mindestfrequenz, Einzugsgebiet, Konkurrenzsituation oder städtebauliche Anforderungen. Der Gebietsschutz wiederum bestimmt, ob ein Franchisenehmer exklusiven Zugriff auf ein bestimmtes Gebiet hat oder ob weitere Partner dort tätig werden dürfen. Ein guter Gebietsschutz verhindert interne Konkurrenz, muss aber kartellrechtskonform ausgestaltet sein, damit er nicht unverhältnismäßig in den Wettbewerb eingreift. Wettbewerbsregeln ergänzen diesen Schutz, indem sie definieren, welche Tätigkeiten während und nach der Vertragslaufzeit verboten sind. Das betrifft sowohl direkte Konkurrenzgeschäfte als auch indirekte Tätigkeiten, die das Know-how des Systems gefährden könnten. Zu weitreichende Verbote sind unwirksam, zu schwache Verbote gefährden das System – deshalb ist eine fein abgestimmte Balance entscheidend.
5. Vertragsdauer, Verlängerung und Kündigung
Da Franchiseverträge meist mittel- bis langfristige Investitionen voraussetzen, muss die Vertragsdauer so gestaltet sein, dass sie wirtschaftliche Planungssicherheit bietet. Der Vertrag sollte klar definieren, wie lange die Erstlaufzeit ist, welche Verlängerungsmöglichkeiten bestehen und welche Voraussetzungen für eine Verlängerung erfüllt sein müssen. Kündigungsregelungen müssen differenzieren zwischen ordentlicher und außerordentlicher Kündigung, wobei letzterer meist Pflichtverletzungen oder schwere Verstöße zugrunde liegen. Besonders entscheidend sind die Nachwirkungen nach Vertragsende: Welche Pflichten bestehen weiter? Welche Markenmaterialien, Systeme und Zugänge müssen zurückgegeben oder deaktiviert werden? Welche Geheimhaltungspflichten bleiben bestehen und wie lange? Nachvertragliche Wettbewerbsverbote sind ebenfalls häufig, müssen aber zeitlich und sachlich angemessen sein, um wirksam zu bleiben. Ein sauber formulierter Abschnitt zu Dauer, Kündigung und Exit-Prozessen stellt sicher, dass beide Parteien wissen, wie die Partnerschaft endet – und wie die Übergangsphase aussieht.
6. Vertrag entwerfen und überprüfen lassen
Sobald alle wesentlichen Bausteine festgelegt sind, beginnt die eigentliche Ausgestaltung des Vertrags. Hierbei ist sprachliche Präzision essenziell, denn selbst kleine Formulierungsfehler können dazu führen, dass Klauseln unwirksam oder interpretationsbedürftig werden. Franchiseverträge enthalten zudem zahlreiche Schnittstellen zwischen Markenrecht, Kartellrecht, Handelsrecht, Datenschutz und allgemeinem Vertragsrecht, weshalb eine juristische Feinabstimmung unverzichtbar ist. Branchenjuristen können prüfen, ob die Regelungen im Systemkontext sinnvoll sind, ob Gebührenmodelle rechtlich tragfähig sind und ob Wettbewerbsverbote kartellrechtskonform gestaltet wurden. Moderne Tools wie Legally.io unterstützen den Prozess, indem sie vorgeprüfte Vertragsbausteine, aktualisierbare Vorlagen und eine dynamische Vertragslogik bereitstellen. Dadurch können Franchisegeber schnell verschiedene Varianten erstellen, Änderungen systemweit ausrollen und rechtliche Risiken spürbar reduzieren. Ein sorgfältig formulierter, geprüfter und dokumentierter Vertrag ist daher die wichtigste Voraussetzung für ein langfristig stabiles Franchiseverhältnis.
Expertentipp:
Arbeite bei der Vertragserstellung immer mit einer Checkliste, die alle zentralen Themen abdeckt. Dazu gehören Systembeschreibung, Markenrechte, Gebühren, Gebietsschutz, Wettbewerbsverbote, Datenschutz und Exit-Regelungen. So stellst du sicher, dass kein kritischer Bereich übersehen wird und der Vertrag wirklich das komplette Geschäftsmodell abbildet.
Was sollte ein Franchisevertrag enthalten?
- Beschreibung des Franchise-Systems: Der Vertrag muss klar definieren, welches Konzept übertragen wird, welche Marke verwendet wird und welche Systemmerkmale das Geschäftsmodell einzigartig machen. Diese Transparenz ist notwendig, damit beide Seiten wissen, welche Rechte und Pflichten an das System gebunden sind.
- Leistungen des Franchisegebers: dazu gehören Schulungen, Zugang zu Systemhandbüchern, Marketingunterstützung, Standortanalyse, laufende Beratung und Systempflege. Da Franchisenehmer auf diese Leistungen angewiesen sind, müssen sie konkret und verbindlich beschrieben werden, damit spätere Leistungsstreitigkeiten vermieden werden.
- Pflichten des Franchisenehmers: Der Franchisenehmer verpflichtet sich zur Einhaltung des Systems, zur Führung seines Betriebs nach definierten Standards, zur Teilnahme an Schulungen und zur regelmäßigen Berichterstattung. Zusätzlich müssen Qualitätskontrollen und die Einhaltung des Corporate Designs geregelt sein, um eine einheitliche Markenwahrnehmung sicherzustellen.
- Gebühren, Zahlungen und wirtschaftliche Pflichten: Der Vertrag sollte alle finanziellen Komponenten enthalten, insbesondere Eintrittsgebühren, laufende Gebühren, Marketingumlagen, Lizenzgebühren und Investitionspflichten. Entscheidend ist eine transparente Berechnungsmethode, die spätere Diskussionen über Höhe oder Zweckgebundenheit verhindert.
- Marken- und Lizenzrechte: Die Nutzung der Marke, Logos, Software und des Know-hows muss genau geregelt sein. Der Vertrag sollte klarstellen, welche Rechte übertragen werden, welche Einschränkungen gelten und welche Sanktionen bei Missbrauch drohen. Marken- und Lizenzverstöße können erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen und müssen daher eindeutig geregelt sein.
- Wettbewerbsverbote und Schutz des Systems: Zur Sicherung des Systems gehören Regelungen zu Wettbewerbs- und Tätigkeitsverboten während und nach der Laufzeit. Diese müssen kartellrechtskonform gestaltet sein und dürfen nicht über das notwendige Maß hinausgehen. Richtig formuliert schützen sie das System, ohne die Unternehmerfreiheit unangemessen einzuschränken.
- Datenschutz, Informationsschutz und Geheimhaltung: Da im Franchiseverhältnis umfangreiche Daten und vertrauliche Informationen ausgetauscht werden, muss der Vertrag klare Vorgaben nach DSGVO (z. B. Art. 28 Auftragsverarbeitung) enthalten. Zusätzlich sollten Geheimhaltungspflichten auch nach Vertragsende fortbestehen.
- Vertragslaufzeit, Kündigung und Exit-Regelungen: Hierzu gehören Verlängerungsmechanismen, Kündigungsrechte, Fristen und die Abwicklung nach Vertragsende. Besonders wichtig: Rückgabe von Markenmaterialien, Löschung vertraulicher Daten und die Regelung nachvertraglicher Wettbewerbsverbote.
Expertentipp:
Lass dir alle Klauseln zu Wettbewerbsverboten und Gebietsschutz immer an konkreten Beispielen erklären. Frage etwa nach, welche Geschäfte du parallel betreiben darfst und was als unzulässige Konkurrenz gilt. So erkennst du schnell, wie stark deine unternehmerische Freiheit in der Praxis eingeschränkt wird.
Praktische Tipps für die Erstellung eines Franchisevertrags
- Präzise und eindeutig schreiben: Viele Konflikte entstehen durch unklare Formulierungen. Nutze klare Begriffe, definiere Schlüsselbegriffe im Vertrag und vermeide Interpretationsspielräume. Eine präzise Sprache schafft Sicherheit für beide Parteien.
- Rechtliche Vorgaben konsequent beachten: Auch wenn Franchise gesetzlich nicht speziell geregelt ist, greifen viele Rechtsbereiche: AGB-Recht, Handelsrecht, Markenrecht, Kartellrecht und DSGVO. Fehler in diesen Bereichen können den gesamten Vertrag gefährden. Besonders Wettbewerbsverbote müssen rechtskonform ausgestaltet sein.
- Systemhandbuch verbindlich integrieren: Viele operative Pflichten werden über Handbücher geregelt. Der Vertrag sollte klarstellen, dass diese verbindlich sind und regelmäßig aktualisiert werden dürfen – jedoch nur in einem zumutbaren und verhältnismäßigen Umfang, der den Betrieb nicht überfordert.
- Wirtschaftliche Belastungen realistisch gestalten: Gebührenmodelle sollten fair, nachvollziehbar und wirtschaftlich tragbar sein. Ein Vertrag, der den Franchisenehmer finanziell überfordert oder unklare Verpflichtungen enthält, birgt ein hohes Risiko für spätere Systeminstabilitäten.
- Moderne Tools für Vertragslogik und Dokumentenmanagement nutzen: Plattformen wie Legally.io ermöglichen es dir, komplexe Franchiseverträge auf Basis geprüfter Vertragsbausteine zu erstellen und an dein System anzupassen. Besonders wertvoll sind die automatische Aktualisierung bei Rechtsänderungen sowie die strukturierte Verwaltung aller Verträge im System.
Expertentipp:
Plane vor Vertragsabschluss ein eigenes kleines „Szenario-Testing“. Spiele typische Situationen durch – etwa Umsatzrückgänge, Standortverlagerung oder Systemänderungen – und prüfe, was der Vertrag dazu sagt. Wenn du erkennst, wie der Vertrag in der Praxis wirkt, fallen dir Lücken oder unausgewogene Regelungen viel schneller auf.
Wichtigste Erkenntnisse
Ein Franchisevertrag ist die zentrale Grundlage jeder Franchisepartnerschaft. Er regelt Markenrechte, operative Pflichten, Gebühren, Standortfragen und Qualitätsstandards. Je klarer und umfassender die Regelungen formuliert sind, desto stabiler funktioniert die Zusammenarbeit. Mit durchdachten Vorlagen und professionellen Tools kannst du Risiken reduzieren und die Vertragserstellung deutlich effizienter gestalten.





