Was ist ein Mietvertrag für eine Ferienwohnung
Ein Mietvertrag für eine Ferienwohnung ist ein befristeter Mietvertrag, der eine Unterkunft für einen klar definierten Zeitraum und ausschließlich zur vorübergehenden Nutzung überlässt. Dadurch unterscheidet er sich vom klassischen Wohnraummietvertrag, der auf dauerhafte Nutzung ausgelegt ist und strenge Kündigungsschutzvorschriften enthält.
Wichtig ist, dass der Vertrag eindeutig festlegt, dass es sich um eine touristische oder zeitweise Nutzung handelt. Nur so fällt er unter die flexibleren Regeln des allgemeinen Mietrechts und nicht unter die umfangreichen Schutzvorschriften der Wohnraummiete nach §§ 549, 573c BGB. Dies gibt Vermietern wie Mietern Rechtssicherheit und verhindert spätere Streitigkeiten über Kündigungsfristen oder Mieterschutz.
Wann braucht man einen Mietvertrag für eine Ferienwohnung
1. Private Kurzzeitvermietung
Bei privaten Kurzzeitvermietungen entsteht häufig ein besonderes Spannungsfeld, weil Vermieter und Gäste sich meist nur digital kennenlernen und Erwartungen oft unausgesprochen bleiben. Ein Mietvertrag verhindert, dass Unklarheiten über die Gästezahl, Mitbenutzung persönlicher Räume oder die Nutzung sensibler Ausstattungsgegenstände entstehen. Er sollte auch regeln, welche Bereiche ausdrücklich nicht genutzt werden dürfen, wie mit Schäden umzugehen ist und ob regelmäßige Kontrollen während längerer Aufenthalte möglich sind. Gerade private Vermieter schützen sich so vor unerwarteten Belastungen, etwa stark erhöhtem Stromverbrauch, unsachgemäßer Nutzung oder Konflikten mit Nachbarn. Durch klare Anforderungen an Sauberkeit, Ruhezeiten und Übergabeprozesse bekommt die Vermietung eine Struktur, die im Alltag enorm entlastet und Streitfälle minimiert.
Expertentipp:
Führe für jede Buchung ein kurzes Übergabeprotokoll mit Datum, Uhrzeit und Zustand der wichtigsten Bereiche. Halte den Zustand der Wohnung zusätzlich mit ein paar Fotos fest. So kannst du im Konfliktfall leicht nachweisen, wie die Wohnung bei Anreise übergeben wurde und ob später Schäden entstanden sind.
2. Vermietung über Online-Plattformen
Auch wenn Buchungsplattformen professionelle Prozesse bieten, übernehmen sie nicht die Rolle eines vollständigen Vertragswerks. Sie regeln meist nur Vermittlung, Zahlungseingänge und Grundbedingungen, lassen jedoch entscheidende Punkte offen – etwa Schadensdokumentation, Umgang mit Verstößen gegen die Hausordnung oder individuelle Anforderungen an die Übergabe. Ein zusätzlicher Mietvertrag stellt sicher, dass du die Kontrolle darüber behältst, wie dein Objekt genutzt wird, unabhängig davon, welche Standardregeln die Plattform vorgibt. Besonders wichtig ist dies, wenn Gäste falsche Angaben zur Personenzahl machen, Haustiere unerlaubt mitbringen oder die Hausordnung missachten. Der Vertrag ermöglicht dir, verbindliche Regeln zu definieren, die im Streitfall beweisbar sind und nicht den oft unklaren Plattformrichtlinien überlassen bleiben.
3. Vermietung an Unternehmen oder langfristige Gäste
Wenn Unternehmen für Mitarbeitende buchen oder Gäste länger bleiben, unterscheiden sich Nutzung und Risiko deutlich von einer normalen Ferienvermietung. Längere Aufenthalte führen zu höherem Verschleiß, intensiver Nutzung der Ausstattung und oft komplexeren Verantwortlichkeiten, da die zahlende Partei nicht immer die nutzende Partei ist. Ein Mietvertrag sollte deshalb eindeutig klären, wer haftet, wie Verbrauchskosten abgerechnet werden, ob Zwischenreinigungen oder Kontrollen erlaubt sind und wie mit arbeitsbedingter Nutzung – etwa Homeoffice – umzugehen ist. Zudem schützt dich ein klarer Vertrag davor, unbeabsichtigt ein Wohnraummietverhältnis zu schaffen, da hier strenge gesetzliche Kündigungsvorschriften gelten würden. Präzise Regelungen halten die Vermietung klar im Bereich der zeitweiligen Nutzung und sichern dich rechtlich ab.
4. Vermietung außerhalb reiserechtlicher Regelungen
Sobald keine kombinierte Reiseleistung angeboten wird, fällt die Vermietung nicht unter das Reiserecht, sondern unter das klassische Mietrecht. Viele Vermieter unterschätzen, wie wichtig diese rechtliche Abgrenzung ist, da das Reiserecht erheblich strengere Haftungs- und Gewährleistungspflichten mit sich bringt. Ein Mietvertrag stellt klar, dass es sich um die Überlassung einer Unterkunft handelt – und keine umfassende Reiseorganisation. Dadurch kannst du präzise festlegen, welche Leistungen zur Miete gehören und welche zusätzlich vereinbart werden müssen, etwa Wäschepakete oder Reinigungsservices. Gleichzeitig schützt der Vertrag vor Missverständnissen, wenn Gäste fälschlicherweise Reiseleistungen erwarten. Die klare Definition der Leistung verhindert, dass du aufgrund mangelnder Abgrenzung unbeabsichtigt in die strengeren Regelungen der §§ 651a ff. BGB rutschst.
Wie erstellt man einen Mietvertrag für eine Ferienwohnung
1. Mietparteien und Objekt eindeutig definieren
Eine präzise Identifikation der Mietparteien und des Mietobjekts bildet die Grundlage für jedes rechtssichere Vertragsverhältnis. Neben vollständigen Namen und Anschriften sollten auch Kontaktwege wie Telefonnummern oder E-Mail-Adressen festgehalten werden, um die Kommunikation während des Aufenthalts zu erleichtern. Die Objektbeschreibung sollte weit über die Adresse hinausgehen und konkrete Details enthalten – etwa Stockwerk, Zugangsmöglichkeiten, Größe, technische Ausstattung, besondere Merkmale (Balkon, Garten, Stellplatz) und die genaue Inventarliste. Je klarer die Beschreibung ausfällt, desto besser lässt sich später nachvollziehen, ob bestimmte Leistungen erbracht wurden oder ob Schäden vorliegen. Eine sorgfältige Objektdefinition verhindert Auslegungsspielräume und sorgt dafür, dass Gäste genau wissen, welche Räume und Gegenstände sie nutzen dürfen und welche nicht.
2. Mietzeitraum und Anreise-Abreise-Regeln festlegen
Der Mietzeitraum ist bei Ferienwohnungen zentral, da der Vertrag automatisch nach Ablauf der vereinbarten Zeit endet. Deshalb sollten nicht nur der Zeitraum, sondern auch der Beginn und das Ende der Nutzung exakt festgelegt sein, inklusive Zeitangaben für Anreise (Check-in) und Abreise (Check-out). Eine klare zeitliche Struktur schützt dich vor Situationen, in denen Gäste unangekündigt früher erscheinen oder länger bleiben und dadurch Reinigungsintervalle oder nachfolgende Buchungen gefährden. Zusätzlich kann es sinnvoll sein, zu definieren, wie mit verspäteten Anreisen, Schlüsselabholungen, nächtlichen Ankünften oder unvorhergesehenen Reiseverzögerungen umzugehen ist. Ein sauber formulierter Abschnitt zum Mietzeitraum schafft Planungssicherheit für beide Seiten.
3. Mietpreis, Nebenkosten und Kaution regeln
Da Preise im Bereich der Ferienvermietung stark variieren können, solltest du transparent darstellen, welche Leistungen in der Miete enthalten sind und welche als Zusatzkosten anfallen. Dazu gehören Energieverbrauch, Wasser, Heizung, WLAN, Parkplätze, Bettwäsche, Handtücher, Endreinigung oder kommunale Abgaben wie die Kurtaxe. Um Missverständnisse zu vermeiden, empfiehlt es sich, alle Preisbestandteile aufzuführen und deren Berechnung nachvollziehbar zu gestalten. Eine Kaution dient als Sicherheitsleistung und sollte mit klaren Bedingungen verknüpft sein: Höhe, Zahlungszeitpunkt, zulässige Gründe für Einbehalte, Beweisführung bei Schäden und Frist zur Rückzahlung. Ein transparenter und fairer Kostenblock stärkt das Vertrauen der Gäste und schützt dich vor finanziellen Verlusten.
Expertentipp:
Lege dir eine einheitliche Logik für deine Preise und Nebenkosten zurecht und wende sie bei allen Gästen gleich an. So vermeidest du Diskussionen über angebliche Ungleichbehandlung und kannst im Zweifel klar begründen, wie ein Preis zustande kommt. Das erhöht deine Professionalität und stärkt das Vertrauen der Gäste.
4. Nutzung der Wohnung und Hausordnung festlegen
Dieser Abschnitt sollte alle Regeln enthalten, die die Nutzung der Wohnung ordnen und den Hausfrieden sichern. Dazu gehören die maximale Personenzahl, die Mitnahme von Haustieren, Rauchverbote sowie spezifische Vorgaben zu Ruhezeiten oder zur Nutzung gemeinsamer Flächen. Die Hausordnung sollte Teil des Vertrages sein und ausdrücklich einbezogen werden, damit sie verbindlich wird. Zudem lohnt es sich, besondere Nutzungsbedingungen zu erwähnen, etwa den Umgang mit Kaminöfen, Pools, Saunen oder Geräten mit erhöhtem Gefahrenpotenzial. Durch klare Regeln schützt du nicht nur deine Immobilie, sondern reduzierst auch Konflikte mit Nachbarn oder Mitbewohnern, die bei Ferienvermietungen häufiger auftreten.
Expertentipp:
Stimme deine Hausordnung mit der tatsächlichen Wohnumgebung ab. Wenn du zum Beispiel in einem Mehrfamilienhaus vermietest, solltest du die bestehenden Hausregeln der Eigentümergemeinschaft unbedingt übernehmen. So stellst du sicher, dass sich deine Gäste nahtlos in das Umfeld einfügen und Beschwerden von Nachbarn deutlich seltener auftreten.
5. Haftung, Schäden und Meldepflichten klären
Ein professioneller Mietvertrag sollte detailliert festlegen, wie Schäden gemeldet, dokumentiert und reguliert werden. Dazu gehört die Verpflichtung des Mieters, Schäden unverzüglich mitzuteilen, sowie die Beschreibung, wie eine Schadensdokumentation erfolgt – etwa durch Fotos, Übergabeprotokolle oder schriftliche Meldungen. Gleichzeitig musst du klar definieren, in welchen Fällen der Mieter haftet und wann du als Vermieter Verantwortung trägst. Hier sind die gesetzlichen Regelungen aus §§ 536 ff. BGB wichtig, da sie Rechte und Pflichten bei Mängeln beschreiben. Auch Meldepflichten, etwa gegenüber der Kommune bei Gästeanmeldungen, können im Vertrag geregelt werden. Ein transparenter Haftungsblock vermeidet Streit und schafft eindeutige Abläufe im Schadensfall.
Expertentipp:
Verweise im Vertrag nicht nur allgemein auf das Bürgerliche Gesetzbuch, sondern benenne die wichtigsten Paragrafen konkret, zum Beispiel §§ 535 bis 580a BGB für Mietrecht oder §§ 536 ff. BGB für Mängelrechte. Das zeigt Gästen, dass dein Vertrag auf einer klaren rechtlichen Grundlage steht und hilft dir selbst, bei Rückfragen schnell die passende Norm nachzuschlagen.
6. Stornierungen und Rücktrittsrechte definieren
Da Ferienunterkünfte oft lange im Voraus gebucht werden, ist eine klare Stornierungsregelung unverzichtbar. Du solltest genau festlegen, bis wann Stornierungen kostenfrei möglich sind, wann reduzierte Gebühren gelten und ab welchem Zeitpunkt der volle Mietpreis fällig wird. Staffelungen sind üblich, aber sie müssen nachvollziehbar und transparent sein. Gleichzeitig solltest du definieren, ob Ersatzbuchungen möglich sind oder ob der Mieter einen Ersatzgast stellen darf. Ergänzend lohnt es sich, auf gesetzliche Regelungen zu höherer Gewalt hinzuweisen, da hier §§ 275 und 326 BGB greifen. Eine gut durchdachte Stornoklausel schützt deine Einnahmen und gibt Gästen Planungssicherheit.
7. Weitere Vertragsbestimmungen ergänzen
Abschließend sollte der Vertrag einen Abschnitt zu allgemeinen Bestimmungen enthalten, um mögliche Lücken zu schließen. Dazu gehören Gerichtsstand, salvatorische Klausel, Schriftformklausel sowie Regelungen zur Schlüsselübergabe und zum Rückgabezustand der Wohnung. Ebenso können Hinweise zu Datenschutz, Fotorechten innerhalb der Wohnung oder der Umgang mit Fundsachen aufgenommen werden. Dieser Abschnitt mag unscheinbar wirken, ist aber entscheidend, um die rechtliche Struktur des Vertrages abzurunden und spätere Auslegungsprobleme zu verhindern. Präzise formulierte Schlussbestimmungen geben dem Vertrag Stabilität und machen ihn belastbarer in Ausnahmesituationen.
Was sollte ein Mietvertrag für eine Ferienwohnung enthalten
- Angaben zu Vermieter, Mieter und Objekt: Der Vertrag sollte klar dokumentieren, wer Vermieter ist, wer mietet und was genau vermietet wird. Je exakter das Objekt beschrieben wird, desto weniger Spielraum bleibt für spätere Diskussionen über Zustand oder Ausstattung.
- Preisgestaltung, Nebenkosten und Zahlungsbedingungen: Ein sauber strukturierter Preisblock verhindert Missverständnisse über Zusatzkosten und ermöglicht eine transparente Abrechnung. Für Gäste ist es wichtig zu wissen, welche Leistungen inkludiert sind und welche nicht.
- Nutzungsrechte und Einschränkungen: Definiere, wie die Wohnung genutzt werden darf, welche Beschränkungen gelten und welche Bereiche tabu sind. Diese Klarheit schützt sowohl dein Eigentum als auch das Verhältnis zu Nachbarn und Mitbewohnern.
- Haftungsregelungen und Schadensmanagement: Eine verständliche Haftungsklausel sorgt dafür, dass beide Seiten wissen, wann der Vermieter Verantwortung trägt und wann der Mieter haftet. Gleichzeitig schafft sie Struktur für die Abwicklung von Schäden oder Mängeln.
- Storno- und Rücktrittsregeln: Gerade bei Ferienunterkünften ist eine faire und transparente Stornoregelung unerlässlich. Mieter erwarten klare Fristen, während Vermieter finanzielle Risiken reduzieren möchten. Deshalb sollte dieser Abschnitt besonders präzise formuliert sein.
- Endreinigung und Rückgabezustand: Eine klare Beschreibung des gewünschten Rückgabezustands verhindert Konflikte bei der Abreise. Listen, Fotos oder Checklisten können zusätzlich helfen, den Ablauf zu standardisieren.
- Rechtliche Grundlagen und Gerichtsstand: Für Verträge über Ferienwohnungen gilt das deutsche Mietrecht, ergänzt um kommunale Vorschriften wie Zweckentfremdungsverbote. Eine klare Festlegung des Gerichtsstandes schafft Rechtssicherheit.
Praktische Tipps für den Mietvertrag einer Ferienwohnung
- Verständliche, klare Formulierungen nutzen: Komplexe juristische Sprache kann zu Fehlinterpretationen führen. Nutze klare und nachvollziehbare Formulierungen, damit Gäste genau wissen, welche Pflichten und Rechte sie haben.
- Alles schriftlich dokumentieren: Auch wenn vieles selbstverständlich erscheint, sollte es schriftlich festgehalten werden. Nur so können beide Seiten im Konfliktfall nachweisen, was vereinbart wurde.
- Inventar und Ausstattung genau protokollieren: Eine vollständige Inventarliste schützt dein Eigentum und erleichtert die Klärung bei Verlust oder Schäden. Fotos mit Datum sind besonders hilfreich.
- Professionelle Vorlage verwenden: Eine geprüfte Vorlage hilft dir, rechtliche Anforderungen einzuhalten und strukturiert zu bleiben. Mit dem Generator von Legally.io erstellst du passende, saubere Verträge anhand eines Mustermietvertrags und reduzierst so das Risiko von Fehlern oder fehlenden Klauseln.
Wichtigste Erkenntnisse
Ein Mietvertrag für eine Ferienwohnung ist unverzichtbar, um Nutzungsumfang, Rechte und Pflichten klar zu regeln. Je genauer der Vertrag formuliert ist, desto geringer ist das Risiko späterer Streitigkeiten. Präzise Angaben zu Mietzeit, Kosten, Nutzung, Haftung und Stornierung sorgen für ein professionelles Mietverhältnis. Eine gut ausgearbeitete Vorlage spart Zeit und erhöht die Rechtssicherheit.



