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Vorlage und Beispiel eines Vertriebsvertrags

Vertriebsvertrag
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2026
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Vertriebsvertrag
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Der Vertriebsvertrag ist das zentrale Rechtsinstrument für Unternehmen, die ihre Produkte über externe Partner vertreiben möchten. Ob Exklusivvertrieb, Alleinvertrieb oder Selektivvertrieb – ein sorgfältig ausgearbeiteter Vertriebsvertrag schützt Hersteller und Vertriebspartner gleichermaßen vor rechtlichen Risiken und wirtschaftlichen Unsicherheiten. In Zeiten komplexer Vertriebsstrukturen und internationaler Geschäftsbeziehungen ist ein professioneller Vertrag unverzichtbar.

In diesem umfassenden Leitfaden erfährst du, was ein Vertriebsvertrag ist, wann du ihn benötigst und welche Klauseln unbedingt enthalten sein sollten. Nutze unser kostenloses Vertriebsvertragsmuster, um deine Vertriebspartnerschaft rechtssicher zu gestalten.

Table of Contents

Was ist ein Vertriebsvertrag?

Ein Vertriebsvertrag ist eine rechtlich bindende Vereinbarung zwischen einem Hersteller oder Lieferanten (Prinzipal) und einem Vertriebspartner (Distributor oder Händler), die die Bedingungen für den Verkauf und die Distribution von Produkten regelt. Im Gegensatz zum Handelsvertretervertrag kauft der Vertriebspartner die Ware auf eigene Rechnung und auf eigenes Risiko ein und verkauft sie an Endkunden weiter.

Der Vertriebsvertrag definiert das Vertragsgebiet, die Produktpalette, Einkaufskonditionen, Mindestabnahmemengen, Exklusivitätsrechte und weitere Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit. Ein professionelles Vertriebsvertragsmuster berücksichtigt sowohl die Interessen des Herstellers (Marktdurchdringung, Markenimage) als auch die des Vertriebspartners (wirtschaftliche Rentabilität, Investitionsschutz).

Die rechtlichen Grundlagen bilden das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB), insbesondere die Vorschriften zum Kaufrecht und zu Dauerschuldverhältnissen. Bei grenzüberschreitenden Verträgen können auch das UN-Kaufrecht (CISG) und EU-Kartellrecht relevant sein. Anders als beim Handelsvertreter hat der Vertriebspartner keinen gesetzlichen Ausgleichsanspruch nach Vertragsende.

Wann braucht man einen Vertriebsvertrag?

Ein schriftlicher Vertriebsvertrag ist in verschiedenen geschäftlichen Situationen unverzichtbar:

1. Aufbau eines Händlernetzwerks

Wenn ein Hersteller seine Produkte über unabhängige Händler vertreiben möchte, ist ein Vertriebsvertrag unerlässlich. Er regelt, welche Händler die Produkte verkaufen dürfen, zu welchen Konditionen und in welchen Gebieten. Ohne klare vertragliche Regelungen drohen Konflikte zwischen Händlern, Preiskämpfe und Imageschäden.

Expertentipp:

Nutze ein einheitliches Vertriebsvertragsmuster für alle Händler, um Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Individuelle Sonderkonditionen sollten nur in Ausnahmefällen und gut dokumentiert vereinbart werden.

2. Exklusivvertrieb in bestimmten Regionen

Bei der Vergabe von Exklusivrechten für bestimmte Gebiete oder Kundensegmente ist ein detaillierter Vertriebsvertrag besonders wichtig. Der Exklusivhändler erhält das alleinige Vertriebsrecht. Dafür übernimmt er oft Mindestabnahmeverpflichtungen und Investitionen in Marketing und Infrastruktur. 

3. Internationaler Vertrieb

Beim Export in andere Länder ist ein Vertriebsvertrag mit lokalen Partnern oft der effizienteste Weg zur Markterschließung. Der lokale Vertriebspartner kennt den Markt, verfügt über bestehende Kundenbeziehungen und übernimmt Logistik und After-Sales-Service. Der Vertrag muss dabei internationale Besonderheiten wie Zollabwicklung, Währungsrisiken und unterschiedliche Rechtsordnungen berücksichtigen.

4. Selektivvertrieb für hochwertige Produkte

Hersteller hochwertiger oder erklärungsbedürftiger Produkte wählen oft einen selektiven Vertrieb, bei dem nur qualifizierte Händler zugelassen werden. Der Vertriebsvertrag definiert die Qualifikationsanforderungen, Schulungspflichten und Präsentationsstandards. Dies schützt das Markenimage und gewährleistet eine kompetente Kundenberatung.

5. Franchise-ähnliche Kooperationen

Bei engen Kooperationen, die über den reinen Warenvertrieb hinausgehen – etwa bei der Übernahme von Markenauftritten, Ladenkonzepten oder Serviceleistungen – braucht es einen umfassenden Vertriebsvertrag. Er regelt Lizenzfragen, Qualitätsstandards und die enge operative Zusammenarbeit zwischen den Partnern.

Wie erstellt man einen Vertriebsvertrag?

Die Erstellung eines rechtssicheren Vertriebsvertrags erfordert sorgfältige Planung. Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:

1. Vertriebsmodell definieren

Entscheide zunächst, welches Vertriebsmodell du implementieren möchtest: Alleinvertrieb (ein Händler pro Gebiet), Selektivvertrieb (ausgewählte, qualifizierte Händler), freier Vertrieb (offenes Händlernetz) oder Franchising (enge Systempartnerschaft). Jedes Modell hat unterschiedliche rechtliche und wirtschaftliche Implikationen.

2. Vertragsparteien identifizieren

Dokumentiere die vollständigen Daten beider Vertragsparteien: Firmenname, Rechtsform, Handelsregisternummer, Sitz und vertretungsberechtigte Personen. Bei internationalen Verträgen ist die korrekte Identifikation besonders wichtig für die Rechtsdurchsetzung.

3. Vertragsgebiet und Produkte festlegen

Definiere präzise, für welche Produkte oder Produktlinien der Vertrag gilt und in welchem geografischen Gebiet der Vertriebspartner tätig werden darf. Bei Exklusivrechten ist eine genaue Gebietsabgrenzung essenziell. 

Expertentipp:

Achte bei der Gebietsabgrenzung auf kartellrechtliche Vorgaben. Absolute Gebietsschutzklauseln können gegen EU-Wettbewerbsrecht verstoßen. Lass dich im Zweifel beraten.

4. Konditionen und Preise regeln

Lege die Einkaufspreise, Rabattstaffeln, Zahlungsbedingungen und Lieferkonditionen fest. Definiere, ob und wie Preisanpassungen erfolgen können. Beachte dabei das Verbot vertikaler Preisbindung – der Hersteller darf keine Mindestverkaufspreise vorschreiben.

5. Mindestabnahmen und Zielvorgaben

Definiere Mindestabnahmemengen oder Umsatzziele, die der Vertriebspartner erreichen muss. Diese Vorgaben sichern dem Hersteller planbare Absatzmengen und motivieren den Händler zum aktiven Vertrieb. Regele auch die Konsequenzen beim Nichterreichen der Ziele.

6. Rechte und Pflichten definieren

Lege die gegenseitigen Rechte und Pflichten fest: Vertriebspflichten des Händlers, Lieferpflichten und Marketingunterstützung des Herstellers, Schulungsangebote, Informationspflichten, Wettbewerbsverbote und Berichtspflichten.

7. Vertragsdauer und Beendigung

Bestimme, ob der Vertrag befristet oder unbefristet läuft. Regele ordentliche und außerordentliche Kündigungsrechte sowie die Abwicklung bei Vertragsende (Warenrücknahme, Kundenstamm, offene Forderungen).

Was sollte ein Vertriebsvertrag enthalten?

Ein vollständiger Vertriebsvertrag umfasst folgende wesentliche Bestandteile:

  • Präambel und Vertragsgegenstand: Die Einleitung beschreibt den Hintergrund der Zusammenarbeit, die Zielsetzung und die grundsätzliche Struktur des Vertriebsverhältnisses. Der Vertragsgegenstand definiert die Art der Zusammenarbeit und grenzt den Vertriebsvertrag von anderen Vertragsformen ab.
  • Vertragsprodukte und Vertragsgebiet: Dieses Kapitel definiert präzise, welche Produkte vom Vertrag erfasst sind und in welchem geografischen Gebiet der Vertriebspartner tätig werden darf. Bei Exklusivrechten ist festzulegen, ob der Hersteller selbst im Gebiet aktiv sein darf und ob Online-Verkäufe eingeschränkt werden.
  • Einkaufskonditionen und Preisgestaltung: Die Preisklausel regelt Einkaufspreise und Rabattstaffeln, Zahlungsbedingungen (Zahlungsziel, Skonto), Lieferkonditionen (Incoterms), Mindestbestellmengen, Preisanpassungsmechanismen und Regelungen zur unverbindlichen Preisempfehlung.
  • Rechte und Pflichten des Vertriebspartners: Dieser Abschnitt definiert die Verpflichtungen des Händlers: aktive Vermarktung der Produkte, Erreichung von Mindestabnahmen oder Umsatzzielen, Führung eines angemessenen Lagerbestands, Einhaltung von Qualitäts- und Präsentationsstandards, Teilnahme an Schulungen, regelmäßige Berichterstattung und Einhaltung von Wettbewerbsverboten.
  • Rechte und Pflichten des Herstellers: Hier werden die Verpflichtungen des Herstellers geregelt, wie Produktlieferung gemäß Bestellungen, Qualitätsgarantien und Gewährleistung, Bereitstellung von Marketingmaterialien, Schulungen und technischem Support, Produktinformationen und Dokumentation sowie Schutz des Vertriebspartners bei Exklusivrechten.
  • Markennutzung und geistiges Eigentum: Die Klausel zum geistigen Eigentum regelt Nutzungsrechte an Marken, Logos und Produktbezeichnungen, Vorgaben zur Markendarstellung, Schutz vor Markenrechtsverletzungen durch Dritte sowie Rückgabe von Materialien bei Vertragsende.
  • Gewährleistung und Haftung: Dieser Abschnitt regelt Gewährleistungsansprüche und Mängelrügefristen, die Abwicklung von Reklamationen, Produkthaftung und Haftungsfreistellung, Versicherungspflichten sowie Haftungsbeschränkungen und -ausschlüsse.
  • Vertragsdauer, Kündigung und Vertragsende: Hier werden Vertragsbeginn und -laufzeit (befristet/unbefristet), ordentliche Kündigungsfristen, Gründe für außerordentliche Kündigung, Pflichten bei Vertragsbeendigung (Warenrücknahme, Abverkaufsfrist) und Fortgeltung bestimmter Klauseln nach Vertragsende definiert.

Expertentipp:

Vermeide Formulierungen, die als Preisbindung ausgelegt werden könnten. Statt „Der Händler verkauft zu einem Preis von X Euro” verwende „Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt X Euro”.

Praktische Tipps für den Vertriebsvertrag

Mit diesen bewährten Tipps gestaltest du einen praxistauglichen Vertriebsvertrag:

  • Kartellrecht beachten: Vertriebsverträge unterliegen dem Kartellrecht. Preisbindungen, absolute Gebietsschutzklauseln oder übermäßig restriktive Wettbewerbsverbote können rechtswidrig sein und empfindliche Bußgelder nach sich ziehen. Prüfe deinen Vertriebsvertrag auf kartellrechtliche Konformität.
  • Klare Kündigungsregelungen: Anders als beim Handelsvertreter hat der Vertriebspartner keinen gesetzlichen Ausgleichsanspruch. Dennoch sollten faire Kündigungsfristen vereinbart werden, die dem Händler Zeit für Umorientierung geben. Überlange Kündigungsfristen können jedoch als unangemessene Bindung angefochten werden.
  • Online-Vertrieb regeln: In Zeiten des E-Commerce muss der Vertriebsvertrag den Online-Vertrieb klar regeln. Darf der Händler über eigene Webshops verkaufen? Sind Verkäufe über Plattformen wie Amazon oder eBay erlaubt? Welche Vorgaben gelten für die Online-Präsentation? Beachte dabei, dass generelle Verbote des Online-Vertriebs kartellrechtlich problematisch sind.
  • Internationale Aspekte berücksichtigen: Bei grenzüberschreitenden Vertriebsverträgen sind zusätzliche Regelungen erforderlich: anwendbares Recht und Gerichtsstand, Schiedsklauseln für Streitbeilegung, Regelungen zu Zoll und Einfuhrabwicklung, Währungsklauseln und Wechselkursrisiken, Sprachversionen des Vertrags.
  • Regelmäßige Vertragsüberprüfung: Märkte und Geschäftsbeziehungen entwickeln sich weiter. Plane regelmäßige Überprüfungen des Vertriebsvertrags ein, um ihn an veränderte Marktbedingungen, neue Produkte oder geänderte Strategien anzupassen. Ein aktuelles Vertriebsvertragsmuster kann als Referenz für Anpassungen dienen.

Expertentipp:

Vereinbare eine Abverkaufsfrist von 3–6 Monaten nach Vertragsende, in der der Händler seinen Restbestand noch abverkaufen darf. Das vermeidet Streitigkeiten über Warenrücknahmen.

Wichtige Erkenntnisse

Der Vertriebsvertrag ist das zentrale Dokument für erfolgreiche Vertriebspartnerschaften. Er schützt beide Seiten vor Risiken und schafft klare Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit.

Mit unserem kostenlosen Vertriebsvertragsmuster gestaltest du deine Vertriebspartnerschaft rechtssicher und professionell.

Frequently Asked Questions

Welche Arten von Vertriebsverträgen gibt es?
Für welche Art von Vertriebsvertrag ist diese Vorlage geeignet?
Ist ein schriftlicher Vertriebsvertrag notwendig?
Welche Voraussetzungen gelten für einen Vertriebsvertrag?
Was sind die nächsten Schritte nach Abschluss des Vertriebsvertrags?
Welche Dokumente sollten dem Vertriebsvertrag beigefügt werden?
Welche Gesetze gelten für Vertriebsverträge in Deutschland?
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