Was ist ein Reinigungsvertrag
Ein Reinigungsvertrag ist eine schriftliche Vereinbarung zwischen einem Auftraggeber und einem Reinigungsdienstleister. Er legt fest, welche Reinigungsarbeiten durchgeführt werden sollen, in welchem Umfang und zu welchen Konditionen. Rechtlich handelt es sich in der Regel um einen Dienstvertrag gemäß § 611 BGB, da der Reinigungsdienstleister eine Tätigkeit schuldet und nicht einen bestimmten Erfolg.
Für Auftraggeber bietet der Vertrag Sicherheit hinsichtlich der zu erbringenden Leistungen und der Kosten. Für Reinigungsunternehmen oder selbstständige Reinigungskräfte schafft er eine verbindliche Grundlage für die Vergütung und schützt vor Missverständnissen. Wichtig ist: Der Reinigungsvertrag unterscheidet sich vom Arbeitsvertrag einer Reinigungskraft, da hier ein externer Dienstleister beauftragt wird und kein Arbeitsverhältnis entsteht.
Offizielle Informationen zum Dienstvertragsrecht findest du direkt im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB): § 611 BGB – Vertragstypische Pflichten beim Dienstvertrag.
Wann braucht man einen Reinigungsvertrag
Ein Reinigungsvertrag ist in verschiedenen Situationen erforderlich und schützt beide Vertragsparteien vor rechtlichen Unsicherheiten. Er schafft Transparenz über die zu erbringenden Leistungen und vermeidet spätere Streitigkeiten.
1. Gewerbliche Reinigung
Unternehmen, die regelmäßige Reinigungsleistungen für ihre Büroräume, Produktionshallen oder Geschäftsräume benötigen, sollten stets einen schriftlichen Reinigungsvertrag abschließen. Dies gilt insbesondere bei langfristigen Geschäftsbeziehungen mit Reinigungsfirmen. Der Vertrag definiert den Leistungsumfang, die Reinigungsintervalle und die Qualitätsstandards. Bei größeren Aufträgen ist ein Reinigungsvertragsmuster besonders hilfreich, um alle relevanten Punkte abzudecken.
Expertentipp:
Vereinbare bei gewerblichen Reinigungsverträgen immer konkrete Qualitätskriterien und Kontrollmechanismen. So kannst du die Leistung objektiv bewerten und hast bei Mängeln eine klare Grundlage für Nachbesserungen.
2. Privathaushalt
Auch Privatpersonen, die eine Haushaltshilfe oder einen Reinigungsdienst beauftragen, profitieren von einem schriftlichen Vertrag. Obwohl bei gelegentlichen Reinigungen oft auf einen formellen Vertrag verzichtet wird, bietet ein Reinigungsvertrag Sicherheit bei regelmäßigen Einsätzen. Er klärt Fragen wie Arbeitszeiten, Zugang zur Wohnung, Haftung bei Schäden und die Bezahlung. Besonders bei der Beauftragung von selbstständigen Reinigungskräften ist ein Vertrag wichtig, um eine Scheinselbstständigkeit zu vermeiden.
3. Sonderreinigungen
Bei einmaligen oder speziellen Reinigungsaufträgen wie Bauendreinigung, Grundreinigung nach einem Umzug oder Industriereinigung ist ein Reinigungsvertrag ebenfalls empfehlenswert. Diese Aufträge sind oft mit höheren Kosten verbunden und erfordern besondere Vereinbarungen zu Umfang, Zeitrahmen und Abnahme der Arbeiten. Ein schriftlicher Vertrag schützt vor Unstimmigkeiten und dokumentiert die vereinbarten Leistungen.
4. Hausverwaltungen und Wohnungseigentümergemeinschaften
Hausverwaltungen und WEGs beauftragen regelmäßig Reinigungsfirmen für die Treppenhausreinigung und die Pflege von Gemeinschaftsflächen. Ein Reinigungsvertrag ist hier unerlässlich, um die Verantwortlichkeiten gegenüber den Eigentümern und Mietern klar zu regeln. Er sollte den genauen Reinigungsumfang, die Frequenz und die Kosten transparent darstellen.
Wie erstellt man einen Reinigungsvertrag
Wenn du unser Word-Muster „Reinigungsvertrag“ nutzen möchtest, achte darauf, dass alle Angaben sorgfältig und nachvollziehbar eingetragen werden. Der Aufbau folgt einer bewährten Struktur, die beiden Vertragsparteien eine schnelle Übersicht ermöglicht.
1. Vertragsparteien festlegen
Zu Beginn des Vertrags werden die Vertragsparteien eindeutig benannt. Beim Auftraggeber handelt es sich um die Person oder das Unternehmen, das die Reinigungsleistung in Anspruch nimmt. Der Auftragnehmer ist der Reinigungsdienstleister oder die selbstständige Reinigungskraft. Vollständige Namen, Adressen und bei Unternehmen auch die Rechtsform und Handelsregisternummer sollten angegeben werden.
2. Leistungsbeschreibung definieren
Der wichtigste Teil des Reinigungsvertrags ist die detaillierte Beschreibung der zu erbringenden Leistungen. Hier sollte genau festgelegt werden, welche Räume gereinigt werden, welche Reinigungsarbeiten durchgeführt werden und in welchen Intervallen. Je präziser die Leistungsbeschreibung, desto weniger Spielraum für Missverständnisse. Es empfiehlt sich, einen Raum- und Leistungskatalog als Anlage beizufügen.
Expertentipp:
Erstelle eine detaillierte Checkliste aller Reinigungsarbeiten und füge diese als Anlage zum Vertrag bei. So können beide Parteien nach jeder Reinigung prüfen, ob alle vereinbarten Leistungen erbracht wurden.
3. Vergütung vereinbaren
Die Vergütung kann auf verschiedene Weisen geregelt werden: als Pauschalpreis, als Stundensatz oder als Quadratmeterpreis. Wichtig ist auch die Festlegung der Zahlungsmodalitäten, also wann und wie die Bezahlung erfolgt. Bei regelmäßigen Reinigungen ist eine monatliche Abrechnung üblich. Zusätzliche Kosten für Reinigungsmittel oder besondere Leistungen sollten ebenfalls geregelt werden.
4. Vertragslaufzeit und Kündigung
Der Vertrag sollte die Laufzeit klar definieren. Möglich sind befristete Verträge für einen bestimmten Zeitraum oder unbefristete Verträge mit einer vereinbarten Kündigungsfrist. Die Kündigungsmodalitäten, einschließlich der Form und Frist, müssen eindeutig geregelt sein. Üblich sind Kündigungsfristen von vier Wochen bis drei Monaten.
5. Haftung und Versicherung
Ein wichtiger Punkt ist die Regelung der Haftung bei Schäden. Der Reinigungsdienstleister sollte über eine Betriebshaftpflichtversicherung verfügen, die Schäden an Einrichtungsgegenständen oder der Immobilie abdeckt. Im Vertrag sollte festgehalten werden, wie im Schadensfall vorzugehen ist und welche Haftungsgrenzen gelten.
6. Unterschrift und Datum
Am Ende des Reinigungsvertrags bestätigen beide Parteien mit ihrer Unterschrift die Vereinbarung. Das Datum des Vertragsabschlusses ist wichtig für die Berechnung von Fristen. Jede Partei sollte ein Exemplar des unterschriebenen Vertrags erhalten.
Welche Inhalte gehören in einen Reinigungsvertrag
Ein vollständiger Reinigungsvertrag deckt mehrere wesentliche Punkte ab:
- Vertragsparteien: Vollständige Namen und Adressen von Auftraggeber und Auftragnehmer
- Leistungsbeschreibung: Detaillierte Auflistung der Reinigungsarbeiten und der zu reinigenden Räume
- Reinigungsintervalle: Häufigkeit der Reinigung (täglich, wöchentlich, monatlich)
- Vergütung: Höhe der Vergütung und Zahlungsmodalitäten
- Vertragslaufzeit: Beginn, Dauer und Kündigungsfristen
- Haftung: Regelungen zur Haftung bei Schäden und Versicherungsnachweis
- Schlüsselübergabe: Regelungen zum Zugang zu den Räumlichkeiten
- Sonstige Vereinbarungen: Bereitstellung von Reinigungsmitteln, besondere Anforderungen
Expertentipp:
Halte deine Angaben klar und überprüfe jede Vereinbarung vor der Unterschrift. Unklare oder widersprüchliche Formulierungen können später zu Streitigkeiten führen und sollten vor Vertragsabschluss geklärt werden.
Praktische Tipps für den Reinigungsvertrag
Einige Hinweise helfen dir, einen rechtssicheren und praxistauglichen Vertrag zu erstellen:
- Schriftform einhalten: Auch wenn ein mündlicher Vertrag rechtlich möglich ist, bietet die Schriftform deutlich mehr Sicherheit und Nachweisbarkeit.
- Leistungen konkret beschreiben: Vermeide allgemeine Formulierungen wie „übliche Reinigungsarbeiten“. Je detaillierter die Beschreibung, desto weniger Konfliktpotenzial.
- Versicherungsnachweis verlangen: Fordere vom Reinigungsdienstleister einen Nachweis über die Betriebshaftpflichtversicherung an.
- Probezeit vereinbaren: Bei langfristigen Verträgen kann eine Probezeit von ein bis drei Monaten sinnvoll sein, in der beide Seiten mit verkürzter Frist kündigen können.
- Reinigungsvertragsmuster nutzen: Verwende eine geprüfte Vorlage als Ausgangsbasis und passe sie an deine individuellen Bedürfnisse an.
Expertentipp:
Frage bei Unsicherheiten nach, wenn dir ein Punkt im Vertrag unklar erscheint. Seriöse Reinigungsdienstleister beantworten Rückfragen gerne – so vermeidest du Missverständnisse oder unpassende Vereinbarungen.
Wichtige Erkenntnisse
Der Reinigungsvertrag ist ein praktisches Werkzeug, das Transparenz zwischen Auftraggeber und Reinigungsdienstleister schafft. Er regelt verbindlich den Leistungsumfang, die Vergütung und die gegenseitigen Rechte und Pflichten.
Für Auftraggeber bietet er Sicherheit hinsichtlich der zu erbringenden Leistungen und der Kosten. Für Reinigungsunternehmen schafft er eine verbindliche Grundlage für die Vergütung und schützt vor Missverständnissen.
Achte dabei stets auf eine präzise Leistungsbeschreibung und nutze unser geprüftes Word-Muster „Reinigungsvertrag“, um rechtliche Fallstricke zu vermeiden. Mit einer sorgfältigen Vorbereitung legst du den Grundstein für eine erfolgreiche und konfliktfreie Zusammenarbeit.

