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Antrag auf Feststellung eines Grades der Behinderung (GdB)

Antrag auf Feststellung eines Grades der Behinderung: Vorlage, Muster und Tipps

Antrag auf Feststellung eines Grades der Behinderung (GdB)
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Antrag auf Feststellung eines Grades der Behinderung (GdB)
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Mit einem Antrag auf Feststellung eines Grades der Behinderung kannst du offiziell anerkennen lassen, dass eine gesundheitliche Beeinträchtigung vorliegt, die dein Alltagsleben dauerhaft einschränkt. Der Grad der Behinderung (GdB) ist ein Maß dafür, wie stark deine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben beeinträchtigt ist. Wer den Grad der Behinderung beantragen möchte, stellt den Antrag beim zuständigen Versorgungsamt oder bei der Kommunalverwaltung.

In diesem Artikel erfährst du, was ein Antrag auf Feststellung eines Grades der Behinderung ist, wann du ihn benötigst, wie du ihn stellst und welche Unterlagen erforderlich sind. Außerdem erhältst du praktische Tipps und Hinweise zur Tabelle, die das Versorgungsamt bei der Bewertung des Grades der Behinderung zugrunde legt.

Table of Contents

Was ist ein Antrag auf Feststellung eines Grades der Behinderung

Ein Antrag auf Feststellung eines Grades der Behinderung ist ein formelles Verwaltungsverfahren, in dem das Versorgungsamt prüft, ob und in welchem Umfang eine Behinderung vorliegt. Die rechtliche Grundlage bildet Paragraf 152 SGB IX. Der Grad der Behinderung wird in Zehnerschritten von 20 bis 100 festgestellt und gibt an, wie stark die körperlichen, geistigen oder seelischen Beeinträchtigungen die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft einschränken. Die Bewertung erfolgt anhand der versorgungsmedizinischen Grundsätze, die in einer Tabelle den Grad der Behinderung für verschiedene Erkrankungen und Funktionseinschränkungen konkrete Richtwerte vorgeben. Ab einem GdB von 50 gilt man als schwerbehindert und erhält einen Schwerbehindertenausweis.

Wann brauchst du einen Antrag auf Feststellung eines Grades der Behinderung

1. Erstantrag bei gesundheitlichen Einschränkungen

Wenn du unter dauerhaften gesundheitlichen Einschränkungen leidest, die voraussichtlich länger als sechs Monate anhalten, kannst du erstmals den Grad der Behinderung beantragen. Das betrifft körperliche Erkrankungen wie chronische Rückenleiden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Gelenkprobleme ebenso wie psychische Erkrankungen, Sehbehinderungen oder Hörminderungen. Viele Betroffene wissen nicht, dass auch verbreitete Erkrankungen wie Diabetes, Asthma oder Depressionen zu einem anerkannten GdB führen können. Die Tabelle zum Grad der Behinderung enthält Richtwerte für Hunderte Erkrankungen und gibt dir eine erste Orientierung, welcher GdB für deine Situation realistisch ist.

Expertentipp:

Stelle den Antrag auch dann, wenn du unsicher bist, ob dein GdB anerkannt wird. Das Verfahren ist für dich kostenfrei, und bereits ein GdB von 20 kann steuerliche Vorteile bringen. Viele Betroffene unterschätzen den GdB, der ihnen zusteht.

2. Verschlechterungsantrag bei bestehender Behinderung

Wenn sich dein Gesundheitszustand seit der letzten Feststellung verschlechtert hat, kannst du einen Verschlechterungsantrag (auch Änderungsantrag genannt) stellen. Neue Erkrankungen, fortschreitende chronische Leiden oder hinzugekommene Einschränkungen können zu einer Erhöhung des GdB führen. Das ist besonders wichtig, wenn du durch die Erhöhung die Schwelle von GdB 50 erreichst und damit den Schwerbehindertenstatus erlangst. Bei der Neubewertung werden alle bestehenden und neuen Beeinträchtigungen gemeinsam betrachtet und der Gesamt-GdB nach den versorgungsmedizinischen Grundsätzen neu berechnet.

3. Nachweis für steuerliche Vorteile

Der festgestellte Grad der Behinderung berechtigt dich zu verschiedenen steuerlichen Entlastungen. Der Behinderten-Pauschbetrag liegt je nach GdB zwischen 384 Euro (GdB 20) und 7.400 Euro (GdB 100 mit Merkzeichen) pro Jahr und wird in der Einkommensteuererklärung berücksichtigt. Ab einem GdB von 50 kannst du zusätzlich die Entfernungspauschale für Fahrten zur Arbeit geltend machen, auch wenn du öffentliche Verkehrsmittel nutzt. Zudem können außergewöhnliche Belastungen wie behinderungsbedingte Umbaukosten oder Mehrkosten für medizinische Versorgung steuerlich abgesetzt werden.

4. Zugang zu arbeitsrechtlichem Schutz und Nachteilsausgleichen

Ab einem GdB von 50 erhältst du den Schwerbehindertenstatus mit weitreichenden Rechten: besonderen Kündigungsschutz, fünf Tage Zusatzurlaub pro Jahr, die Möglichkeit der vorgezogenen Altersrente und bevorzugte Einstellung bei öffentlichen Arbeitgebern. Auch mit einem GdB von 30 oder 40 kannst du eine Gleichstellung beantragen, die dir den besonderen Kündigungsschutz sichert. Darüber hinaus berechtigt der festgestellte GdB je nach Merkzeichen zu Nachteilsausgleichen wie Parkerleichterungen, einem ermäßigten Rundfunkbeitrag oder einer Befreiung von der Kfz-Steuer.

Wie stellt man einen Antrag auf Feststellung eines Grades der Behinderung

Schritt 1: Antragsformular beim Versorgungsamt anfordern

Den Antrag auf Feststellung eines Grades der Behinderung stellst du beim zuständigen Versorgungsamt deines Bundeslandes. In vielen Bundesländern kannst du den Antrag online über die Website des Versorgungsamts stellen oder das Antragsformular herunterladen. Alternativ kannst du das Formular telefonisch oder schriftlich anfordern. Die Antragsformulare unterscheiden sich je nach Bundesland leicht, enthalten aber überall dieselben Kernangaben. Der Antrag auf den Grad der Behinderung ist für dich gebührenfrei.

Expertentipp:

In vielen Bundesländern kannst du den Antrag mittlerweile vollständig digital einreichen. Das beschleunigt die Bearbeitung erheblich, da das Versorgungsamt die Daten nicht manuell erfassen muss. Prüfe auf der Website deines zuständigen Versorgungsamts, ob ein Online-Antrag möglich ist.

Schritt 2: Ärztliche Unterlagen zusammenstellen

Sammle alle relevanten medizinischen Unterlagen, die deine gesundheitlichen Einschränkungen belegen. Dazu gehören aktuelle Arztberichte, Befundberichte, Entlassungsberichte aus Krankenhäusern oder Rehabilitationseinrichtungen, Laborergebnisse und bildgebende Diagnostik. Je aktueller und umfassender die Unterlagen sind, desto besser kann das Versorgungsamt deinen GdB einschätzen. Ordne die Dokumente chronologisch und nach Erkrankung, damit der ärztliche Gutachter einen schnellen Überblick erhält.

Schritt 3: Antrag vollständig ausfüllen und einreichen

Fülle das Antragsformular sorgfältig und vollständig aus. Gib alle Erkrankungen und Einschränkungen an, auch solche, die du für geringfügig hältst. Das Versorgungsamt bewertet den Gesamt-GdB auf Grundlage aller Beeinträchtigungen; auch kleinere Einschränkungen können den Gesamt-GdB erhöhen. Nenne alle behandelnden Ärzte und Kliniken, damit das Versorgungsamt Befunde anfordern kann. Erteile eine Schweigepflichtentbindung, damit die behördliche Anfrage bei deinen Ärzten reibungslos verläuft.

Schritt 4: Bescheid prüfen und gegebenenfalls Widerspruch einlegen

Nach Eingang aller Unterlagen erstellt ein ärztlicher Gutachter des Versorgungsamts ein Gutachten und legt den GdB fest. Du erhältst einen schriftlichen Feststellungsbescheid. Prüfe den Bescheid sorgfältig: Sind alle Erkrankungen berücksichtigt? Erscheint der Gesamt-GdB angemessen? Vergleiche den festgestellten GdB mit den Richtwerten in der Tabelle zum Grad der Behinderung. Wenn du mit dem Ergebnis nicht einverstanden bist, kannst du innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen. Im Widerspruchsverfahren kannst du zusätzliche ärztliche Unterlagen nachreichen.

Was sollte ein Antrag auf Feststellung eines Grades der Behinderung enthalten

Damit dein Antrag zügig und vollständig bearbeitet wird, sollte er folgende Bestandteile enthalten:

  • Persönliche Angaben: vollständiger Name, Geburtsdatum, Anschrift, Staatsangehörigkeit und Kontaktdaten. Falls bereits ein GdB festgestellt wurde, gib das Aktenzeichen an.
  • Angaben zu Erkrankungen und Einschränkungen: Liste alle gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf, die du geltend machen möchtest. Beschreibe die Auswirkungen auf deinen Alltag in deinen eigenen Worten.
  • Behandelnde Ärzte und Kliniken: Nenne alle Ärzte, Therapeuten und Kliniken, die dich behandeln oder behandelt haben, mit Namen, Fachrichtung und Anschrift.
  • Schweigepflichtentbindung: Unterschreibe die beigefügte Schweigepflichtentbindung, damit das Versorgungsamt Befunde direkt bei deinen Ärzten anfordern kann.
  • Ärztliche Unterlagen: Füge aktuelle Arztberichte, Befunde und Entlassungsberichte bei. Je umfassender die Dokumentation, desto schneller und genauer erfolgt die Bewertung.

Expertentipp:

Verwende die Tabelle zum Grad der Behinderung (Versorgungsmedizinische Grundsätze), um dich auf das Verfahren vorzubereiten. Sie gibt dir eine Orientierung, welcher GdB für deine Erkrankungen typischerweise vergeben wird, und hilft dir, deine Erwartungen realistisch einzuschätzen.

Praktische Tipps für den Antrag auf Feststellung eines Grades der Behinderung

  • Alle Erkrankungen vollständig angeben: Verschweige keine Erkrankung, auch wenn sie dir unbedeutend erscheint. Der Gesamt-GdB wird aus allen Beeinträchtigungen ermittelt; auch kleinere Leiden können den Wert erhöhen.
  • Aktuelle Arztberichte beifügen: Je aktueller und detaillierter die ärztlichen Unterlagen sind, desto besser kann das Versorgungsamt deinen Zustand bewerten. Berichte, die älter als zwei Jahre sind, haben nur eine begrenzte Aussagekraft.
  • Schweigepflichtentbindung erteilen: Ohne Schweigepflichtentbindung kann das Versorgungsamt keine Befunde bei deinen Ärzten anfordern, was das Verfahren erheblich verzögert oder zu einer Ablehnung mangels Nachweises führt.
  • Alltagseinschränkungen konkret beschreiben: Schildere in einem Begleitschreiben, wie sich deine Behinderung auf deinen Alltag auswirkt. Konkrete Beispiele wie „Ich kann nicht länger als zehn Minuten stehen“ sind aussagekräftiger als allgemeine Aussagen.

Expertentipp:

Wenn du unsicher bist, ob dein Antrag auf Feststellung eines Grades der Behinderung alle erforderlichen Angaben enthält, kannst du ihn mit einem Dokumentengenerator wie Legally.io strukturieren lassen. Die Plattform hilft dir, alle Pflichtangaben abzudecken und deinen Antrag auf ein professionelles Niveau zu bringen.

Wichtigste Erkenntnisse

Ein Antrag auf Feststellung eines Grades der Behinderung ist ein wichtiger Schritt, um deine gesundheitlichen Einschränkungen offiziell anerkennen zu lassen und Zugang zu steuerlichen Vorteilen, arbeitsrechtlichem Schutz und Nachteilsausgleichen zu erhalten. Je vollständiger dein Antrag ist und je besser du deine Einschränkungen dokumentierst, desto höher sind die Chancen auf eine angemessene Bewertung. Die Tabelle zum Grad der Behinderung gibt dir eine erste Orientierung, und das Verfahren ist für dich kostenlos.

Frequently Asked Questions

Wie beantrage ich einen Grad der Behinderung?
Welche Vorteile bringt ein GdB?
Wie wird der GdB berechnet?
Wie lange dauert die Bearbeitung?
Ab welchem GdB gilt man als schwerbehindert?
Kann ich Widerspruch einlegen?
Wird der Arbeitgeber informiert?
Kann der GdB herabgesetzt werden?
Wie beantrage ich eine Erhöhung?
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