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Gemeinschaftstestament: Vorlage, Muster und Leitfaden

Gemeinschaftstestament
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02
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24
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2026
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Ehegattentestament, Partnerschaftstestament, Gemeinschaftliches Testament
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Gemeinschaftstestament: Vorlage, Muster und Leitfaden
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Gemeinschaftstestament
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Das Gemeinschaftstestament ist eine besondere Form der letztwilligen Verfügung, die nur Ehepaaren und eingetragenen Lebenspartnern offensteht. Mit ihm können Partner ihre Erbfolge gemeinsam regeln und einander absichern. Die bekannteste Variante ist das Berliner Testament, bei dem sich die Ehepartner zunächst gegenseitig als Alleinerben einsetzen und gemeinsame Kinder als Schlusserben bestimmen.

In diesem Leitfaden erfährst du, was ein Gemeinschaftstestament ist, wann es sinnvoll ist, wie du es erstellst und welche Inhalte es enthalten sollte. Auch die wichtige Frage, wie du ein Gemeinschaftstestament ändern kannst, wird ausführlich behandelt. Ein Gemeinschaftstestamentsmuster – wie unsere Gemeinschaftstestamentsvorlage – kann als Orientierung dienen, sollte aber immer an die individuelle Situation angepasst werden.

Table of Contents

Was ist ein Gemeinschaftstestament

Ein Gemeinschaftstestament ist ein Testament, das von zwei Personen gemeinsam errichtet wird. Diese Möglichkeit steht ausschließlich Ehegatten und eingetragenen Lebenspartnern offen. Andere Personengemeinschaften, etwa unverheiratete Partner oder Geschwister, können kein gemeinschaftliches Testament errichten, sondern müssen auf einen Erbvertrag ausweichen.

Das Besondere am Gemeinschaftstestament ist die Bindungswirkung. Bestimmte Verfügungen, sogenannte wechselbezügliche Verfügungen, können nach dem Tod des ersten Partners nicht mehr einseitig geändert werden. Dies gibt dem überlebenden Partner Sicherheit, schränkt aber auch seine Gestaltungsfreiheit ein. Die rechtlichen Grundlagen finden sich in den §§ 2265 bis 2273 BGB.

Die häufigste Form ist das Berliner Testament, bei dem sich die Partner gegenseitig als Alleinerben einsetzen. Gemeinsame Kinder werden Schlusserben und erben erst nach dem Tod des zweiten Partners. Diese Gestaltung sichert den überlebenden Ehepartner finanziell ab, kann aber erbschaftsteuerliche Nachteile haben.

Wann braucht man ein Gemeinschaftstestament

Ein Gemeinschaftstestament ist in verschiedenen Lebenssituationen sinnvoll. Es ermöglicht Paaren, ihre Vermögensnachfolge aufeinander abgestimmt zu regeln und sich gegenseitig zu schützen.

1. Ehepartner möchten sich gegenseitig absichern

Der häufigste Grund für ein Gemeinschaftstestament ist der Wunsch, den überlebenden Ehepartner abzusichern. Ohne Testament erbt der überlebende Ehegatte nach der gesetzlichen Erbfolge nicht allein, sondern muss das Erbe mit den Kindern oder anderen Verwandten teilen. Mit einem Gemeinschaftstestament kann bestimmt werden, dass zunächst der Partner alles erbt und die Kinder erst nach dessen Tod zum Zuge kommen.

Expertentipp: 

Bedenke bei der Gestaltung des Gemeinschaftstestaments auch die Pflichtteilsansprüche der Kinder. Diese können trotz Enterbung ihren Pflichtteil fordern, was den überlebenden Partner finanziell belasten kann. Eine Pflichtteilsstrafklausel kann hier Abhilfe schaffen.

2. Gemeinsame Kinder sollen gleichmäßig erben

Mit einem Gemeinschaftstestament können Eltern sicherstellen, dass ihre Kinder zu gleichen Teilen erben. Die Schlusserbeneinsetzung legt fest, wer nach dem Tod beider Partner erbt. So wird verhindert, dass der überlebende Partner das Vermögen einseitig an einzelne Kinder oder an neue Partner überträgt. Die Bindungswirkung des Gemeinschaftstestaments schützt die ursprüngliche gemeinsame Regelung.

3. Schutz vor ungewollter Erbfolge

Ohne Testament greift die gesetzliche Erbfolge, die oft nicht den Wünschen der Erblasser entspricht. Insbesondere in Patchwork-Familien oder bei Kindern aus früheren Beziehungen kann die gesetzliche Erbfolge zu ungewollten Ergebnissen führen. Ein Gemeinschaftstestament ermöglicht es, die Erbfolge nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten und bestimmte Personen gezielt zu bedenken oder auszuschließen.

Wie erstellt man ein Gemeinschaftstestament

Die Erstellung eines Gemeinschaftstestaments erfordert die Einhaltung bestimmter Formvorschriften. Ein Gemeinschaftstestamentsmuster kann als Orientierung dienen, sollte aber immer an die individuelle Situation angepasst werden.

1. Einigung über die Erbfolge

Vor der schriftlichen Abfassung sollten beide Partner ausführlich über ihre Vorstellungen sprechen. Wer soll erben? Soll der überlebende Partner frei über das Vermögen verfügen können oder sollen Beschränkungen gelten? Was passiert bei einer Wiederheirat? Diese Fragen sollten geklärt sein, bevor das Testament aufgesetzt wird. Eine Gemeinschaftstestamentsvorlage kann dabei helfen, alle wichtigen Punkte zu berücksichtigen.

2. Handschriftliche Abfassung durch einen Ehepartner

Ein privatschriftliches Gemeinschaftstestament muss komplett handschriftlich verfasst werden. Es genügt, wenn ein Ehepartner das Testament schreibt. Der andere Partner muss es dann mitunterschreiben. Maschinenschriftliche Testamente sind nur wirksam, wenn sie notariell beurkundet werden. Die Handschriftlichkeit dient der Fälschungssicherheit und ist zwingend vorgeschrieben.

Expertentipp: 

Verwende für das handschriftliche Testament dokumentenechte Tinte und schreibe auf unliniertem Papier. Nummeriere alle Seiten und vermeide Streichungen oder Ergänzungen. Bei nachträglichen Änderungen solltest du besser ein komplett neues Testament aufsetzen.

3. Unterschrift beider Ehepartner

Beide Ehepartner müssen das Testament eigenhändig unterschreiben. Die Unterschrift sollte den vollständigen Vor- und Nachnamen enthalten und am Ende des Textes stehen. Zusätzlich sollten Ort und Datum der Unterzeichnung angegeben werden. Jeder Partner sollte bei seiner Unterschrift auch angeben, dass er den Inhalt als seinen letzten Willen anerkennt.

4. Sichere Aufbewahrung

Das Testament sollte sicher aufbewahrt werden, damit es im Erbfall gefunden wird. Die sicherste Variante ist die amtliche Verwahrung beim Amtsgericht. Das Testament wird dort registriert und im Sterbefall automatisch eröffnet. Die Kosten für die Verwahrung sind gering und betragen eine einmalige Pauschale von 75 Euro. Alternativ kannst du das Testament zu Hause aufbewahren und eine Vertrauensperson über den Aufbewahrungsort informieren.

Was sollte ein Gemeinschaftstestament enthalten

Ein vollständiges Gemeinschaftstestament sollte alle wesentlichen Regelungen enthalten, um Streit unter den Erben zu vermeiden. Die folgenden Punkte sollten in keinem Gemeinschaftstestament fehlen:

  • Angaben zu den Erblassern: Das Testament sollte mit der Überschrift „Gemeinschaftliches Testament“ oder „Unser letzter Wille“ beginnen. Es folgen die vollständigen Namen, Geburtsdaten und Anschriften beider Ehepartner. Eine klare Identifizierung ist wichtig, damit später keine Zweifel an der Urheberschaft entstehen.
  • Bestimmung des Erben (Berliner Testament): Der Kern des Gemeinschaftstestaments ist die gegenseitige Erbeinsetzung. Beim klassischen Berliner Testament setzen sich die Ehepartner wechselseitig als Alleinerben ein. Formulierung: „Wir setzen uns gegenseitig zu Alleinerben ein. Der überlebende Ehegatte erbt das gesamte Vermögen des Erstversterbenden.“ Diese Regelung sichert den überlebenden Partner vollständig ab.
  • Schlusserbeneinsetzung: Die Schlusserbeneinsetzung regelt, wer nach dem Tod des überlebenden Partners erbt. Typischerweise werden die gemeinsamen Kinder zu gleichen Teilen als Schlusserben eingesetzt. Es können aber auch andere Personen oder Organisationen bedacht werden. Die Formulierung sollte eindeutig sein: „Nach dem Tod des Letztversterbenden sollen unsere Kinder [Namen] zu gleichen Teilen erben.“
  • Bindungswirkung und Widerrufsmöglichkeiten: Das Gemeinschaftstestament entfaltet eine Bindungswirkung für wechselbezügliche Verfügungen. Nach dem Tod des ersten Partners kann der Überlebende diese Verfügungen nicht mehr einseitig ändern. Das Testament kann regeln, inwieweit der überlebende Partner dennoch Änderungen vornehmen darf. Manche Paare gewähren dem Überlebenden etwa das Recht, die Erbquoten der Kinder anzupassen oder bestimmte Vermächtnisse auszusetzen.

Expertentipp: 

Überlege genau, wie viel Flexibilität der überlebende Partner haben soll. Eine zu strenge Bindung kann problematisch werden, wenn sich die Lebensumstände ändern. Andererseits bietet eine starke Bindung Sicherheit für die Schlusserben.

Praktische Tipps für das Gemeinschaftstestament

Mit den folgenden Hinweisen vermeidest du typische Fehler und stellst sicher, dass dein Gemeinschaftstestament den gewünschten Zweck erfüllt:

  • Professionelle rechtliche Beratung einholen: Das Erbrecht ist komplex und ein fehlerhaftes Testament kann weitreichende Folgen haben. Eine Beratung durch einen Notar oder Fachanwalt für Erbrecht ist empfehlenswert, insbesondere bei größeren Vermögen oder komplexen Familienverhältnissen. Der Notar kann das Testament auch beurkunden, was die Formwirksamkeit garantiert und die amtliche Verwahrung vereinfacht.
  • Steuerliche Auswirkungen berücksichtigen: Das klassische Berliner Testament kann steuerlich nachteilig sein. Wenn der überlebende Ehepartner alles erbt, gehen die Freibeträge der Kinder beim ersten Erbfall verloren. Bei großen Vermögen kann dies zu einer erheblichen Erbschaftsteuerbelastung führen. Alternativen wie die Einräumung von Vermächtnissen oder Nießbrauchrechten können die Steuerlast reduzieren.
  • Regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung: Lebensumstände ändern sich: Kinder werden geboren, Ehepartner sterben oder es kommt zur Scheidung. Das Gemeinschaftstestament sollte regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst werden. Beachte dabei, dass die Änderung eines Gemeinschaftstestaments nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist. Zu Lebzeiten beider Partner kann das Testament jederzeit gemeinsam widerrufen oder geändert werden.

Wichtige Erkenntnisse

Das Gemeinschaftstestament ist ein bewährtes Instrument für Ehepaare und eingetragene Lebenspartner, um ihre Erbfolge gemeinsam zu regeln. Es bietet die Möglichkeit, den überlebenden Partner abzusichern und die Vermögensnachfolge nach den eigenen Wünschen zu gestalten. Wichtig ist die Beachtung der Formvorschriften: handschriftliche Erstellung durch einen Partner, Unterschrift beider Partner, sichere Aufbewahrung. Die Bindungswirkung sollte bedacht werden, da sie die Änderungsmöglichkeiten nach dem Tod des ersten Partners einschränkt. Bei komplexen Vermögensverhältnissen empfiehlt sich die Einbeziehung eines Notars oder Erbrechtsanwalts.

Frequently Asked Questions

Was ist der Unterschied zwischen einem Gemeinschaftstestament und einem Einzeltestament?
Kann ein Gemeinschaftstestament widerrufen werden?
Was passiert mit dem Gemeinschaftstestament nach dem Tod eines Ehepartners?
Ist ein Gemeinschaftstestament ohne Notar gültig?
Was ist ein Berliner Testament?
Wie wirkt sich ein Gemeinschaftstestament auf den Pflichtteil aus?
Können eingetragene Lebenspartner ein Gemeinschaftstestament errichten?
Welche steuerlichen Folgen hat ein Gemeinschaftstestament?
Wie kann ich ein Gemeinschaftstestament ändern?
Was kostet ein notarielles Gemeinschaftstestament?
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