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Vertrag über die Abtretung einer Forderung

Kostenlose Vorlage und Muster zur Abtretung einer Forderung

Vertrag über die Abtretung einer Forderung
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Vertrag über die Abtretung einer Forderung
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Die Abtretung einer Forderung (auch Zession genannt) ist ein häufig genutztes Rechtsinstrument im deutschen Wirtschaftsleben. Mit einer Abtretungserklärung überträgt ein Gläubiger seine Forderung auf einen neuen Gläubiger – ohne Zustimmung des Schuldners. Ob zur Finanzierung, als Sicherheit oder zur Vereinfachung von Geschäftsprozessen: Eine korrekte Abtretungserklärung ist in vielen Situationen unverzichtbar.

In diesem Artikel erfährst du, was eine Abtretung ist, wann du eine Abtretungserklärung benötigst, wie du eine formlose Abtretungserklärung (z. B. mit unserer kostenlosen Word-Vorlage „Abtretungserklärung“) erstellst und welche rechtlichen Besonderheiten zu beachten sind.

Table of Contents

Was ist eine Abtretung einer Forderung?

Die Abtretung einer Forderung (Zession) ist ein Vertrag, durch den ein Gläubiger (Zedent) seine Forderung gegen einen Schuldner auf einen neuen Gläubiger (Zessionar) überträgt. Nach der Abtretung tritt der neue Gläubiger vollständig an die Stelle des bisherigen – er kann die Forderung geltend machen und einziehen.

Die rechtliche Grundlage findet sich in den §§ 398–413 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB). Wichtig: Für die Wirksamkeit der Abtretung ist keine bestimmte Form vorgeschrieben – auch eine formlose Abtretungserklärung ist grundsätzlich wirksam. Aus Beweisgründen empfiehlt sich jedoch stets die Schriftform.

Der Schuldner muss der Abtretung nicht zustimmen (§ 398 BGB). Er wird lediglich über die Abtretung informiert und leistet dann an den neuen Gläubiger. Solange er keine Kenntnis von der Abtretung hat, kann er jedoch noch befreiend an den alten Gläubiger zahlen (§ 407 BGB).

Weitere Informationen findest du im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) - Abtretung.

Wann braucht man eine Abtretungserklärung?

Eine Abtretung einer Forderung kommt in vielen geschäftlichen und privaten Situationen zum Einsatz. Hier sind die häufigsten Anwendungsfälle für eine Abtretungserklärung:

1. Factoring und Forderungsverkauf

Unternehmen verkaufen regelmäßig ihre offenen Forderungen an Factoring-Gesellschaften, um sofort liquide Mittel zu erhalten. Die Abtretung überträgt die Forderung auf das Factoring-Unternehmen, das dann das Inkasso übernimmt und das Ausfallrisiko trägt. Dies verbessert die Liquidität und reduziert den Verwaltungsaufwand.

Expertentipp:

Beim Factoring unterscheidet man zwischen echtem Factoring (mit Risikoübernahme) und unechtem Factoring (ohne Risikoübernahme). Prüfe genau, welche Variante vereinbart wird, da dies erhebliche Auswirkungen auf dein Risiko hat.

2. Kreditsicherung (Sicherungsabtretung)

Banken verlangen häufig die Abtretung von Forderungen als Sicherheit für einen Kredit. Der Kreditnehmer tritt seine Forderungen (z. B. aus Lieferungen oder Leistungen) an die Bank ab. Kann er den Kredit nicht zurückzahlen, kann die Bank die abgetretenen Forderungen einziehen. Dies ist eine der wichtigsten Anwendungen im Geschäftsverkehr.

3. Inkasso und Forderungseinzug

Wenn Gläubiger ihre Forderungen nicht selbst eintreiben möchten oder können, beauftragen sie Inkassounternehmen. Oft wird die Forderung dabei abgetreten, sodass das Inkassounternehmen im eigenen Namen agieren kann. Dies vereinfacht das Mahnverfahren und die gerichtliche Durchsetzung.

4. Unternehmensverkauf und Umstrukturierung

Bei Unternehmensverkäufen oder Fusionen werden oft auch die Forderungen des Unternehmens mitübertragen. Die Abtretung stellt sicher, dass der Käufer rechtmäßiger Inhaber aller Forderungen wird und diese gegenüber den Schuldnern geltend machen kann.

5. Erbschaft und Schenkung

Auch im privaten Bereich können Forderungen durch Abtretung übertragen werden – etwa, wenn ein Erblasser eine Darlehensforderung auf einen Erben übertragen möchte oder wenn Forderungen verschenkt werden. Die Abtretung ermöglicht eine gezielte Zuwendung einzelner Vermögenswerte.

Wie erstellt man eine Abtretungserklärung?

Die Erstellung einer wirksamen Abtretungserklärung ist relativ unkompliziert, da keine besondere Form vorgeschrieben ist. Mit einem Muster wie unserer Word-Vorlage „Abtretungserklärung“ gelingt es problemlos. Folge diesen Schritten:

Schritt 1: Parteien identifizieren

Identifiziere den bisherigen Gläubiger (Zedent), den neuen Gläubiger (Zessionar) und den Schuldner. Trage die vollständigen Namen bzw. Firmenbezeichnungen und Anschriften ein. Bei Unternehmen sollten auch die Rechtsform und die Handelsregisternummer angegeben werden.

Schritt 2: Forderung genau bezeichnen

Die abzutretende Forderung muss eindeutig bestimmbar sein. Gib an: den Rechtsgrund (z. B. Kaufvertrag, Darlehen), das Datum der Entstehung, die Höhe der Forderung und gegebenenfalls die Rechnungs- oder Vertragsnummer. Bei künftigen Forderungen muss klar sein, aus welchem Rechtsverhältnis sie entstehen werden.

Expertentipp:

Bei der Abtretung mehrerer Forderungen empfiehlt sich eine Anlage mit einer genauen Auflistung aller abgetretenen Positionen. So vermeidest du Unklarheiten darüber, welche Forderungen tatsächlich übertragen wurden.

Schritt 3: Abtretungsvereinbarung formulieren

Formuliere die eigentliche Abtretungserklärung. Diese muss den eindeutigen Willen des Zedenten erkennen lassen, die Forderung auf den Zessionar zu übertragen. Die Formulierung kann formlos sein, sollte aber klar und unmissverständlich sein.

Schritt 4: Nebenrechte und Sicherheiten regeln

Mit der Forderung gehen automatisch auch die Nebenrechte wie Zinsen, Sicherheiten (Bürgschaften, Pfandrechte) und Vorzugsrechte auf den neuen Gläubiger über (§ 401 BGB). Du kannst in der Abtretungserklärung klarstellen, dass diese Rechte mit übertragen werden.

Schritt 5: Unterzeichnung

Obwohl eine formlose Abtretungserklärung wirksam ist, empfiehlt sich die Schriftform mit Unterschrift des Zedenten. Bei wichtigen Forderungen können auch beide Parteien unterzeichnen. Datum und Ort der Unterzeichnung sollten vermerkt werden.

Schritt 6: Schuldner informieren

Informiere den Schuldner über die Abtretung (Abtretungsanzeige). Dies ist zwar keine Wirksamkeitsvoraussetzung, aber wichtig: Solange der Schuldner nichts von der Abtretung weiß, kann er noch befreiend an den alten Gläubiger zahlen. Die Anzeige sollte schriftlich erfolgen und vom Zedenten stammen.

Was sollte eine Abtretungserklärung enthalten?

Eine vollständige Abtretungserklärung sollte folgende Kernelemente umfassen:

  • Angaben zum Zedenten (bisheriger Gläubiger): Vollständiger Name bzw. Firma, Anschrift, bei Unternehmen auch Rechtsform und Handelsregisternummer. Der Zedent ist derjenige, der die Forderung abtritt, und muss zum Zeitpunkt der Abtretung Inhaber der Forderung sein.
  • Angaben zum Zessionar (neuer Gläubiger): Vollständige Bezeichnung des neuen Gläubigers mit Anschrift. Der Zessionar erwirbt durch die Abtretung alle Rechte aus der Forderung und kann diese künftig im eigenen Namen geltend machen.
  • Angaben zum Schuldner: Name und Anschrift des Schuldners. Obwohl der Schuldner nicht an der Abtretung mitwirken muss, ist seine genaue Bezeichnung wichtig, um die Forderung eindeutig zu identifizieren.
  • Genaue Bezeichnung der Forderung: Rechtsgrund (Vertrag, Rechnung), Datum der Entstehung, Höhe der Forderung, Fälligkeitsdatum, Rechnungs- oder Vertragsnummer. Die Forderung muss so genau beschrieben sein, dass keine Verwechslung möglich ist.
  • Abtretungserklärung: Die eigentliche Willenserklärung, dass der Zedent die Forderung auf den Zessionar überträgt. Formulierungen wie: Der Zedent tritt hiermit die oben bezeichnete Forderung an den Zessionar ab. Der Zessionar nimmt die Abtretung an.
  • Regelung zu Nebenrechten: Klarstellung, dass mit der Forderung auch alle Nebenrechte (Zinsen, Sicherheiten, Vorzugsrechte) auf den neuen Gläubiger übergehen. Dies folgt zwar schon aus dem Gesetz, eine ausdrückliche Regelung schafft jedoch Klarheit.
  • Unterschrift und Datum: Unterschrift des Zedenten (zwingend) und optional des Zessionars. Ort und Datum der Unterzeichnung. Bei Unternehmen müssen vertretungsberechtigte Personen unterzeichnen.

Expertentipp:

Erstelle die Abtretungserklärung in dreifacher Ausfertigung: je eine für Zedent, Zessionar und Schuldner. So haben alle Beteiligten einen Nachweis über die erfolgte Abtretung.

Praktische Tipps für die Abtretungserklärung

Mit diesen Hinweisen stellst du sicher, dass deine Abtretung einer Forderung wirksam und durchsetzbar ist:

  • Abtretungsverbote prüfen: Nicht jede Forderung kann abgetreten werden. Prüfe, ob im Vertrag mit dem Schuldner ein Abtretungsverbot (pactum de non cedendo) vereinbart wurde. Solche Verbote sind grundsätzlich wirksam, außer bei Geldforderungen unter Kaufleuten (§ 354a HGB).
  • Schuldner zeitnah informieren: Informiere den Schuldner unmittelbar nach der Abtretung. Die Anzeige sollte vom Zedenten stammen, da der Schuldner bei Zweifeln an der Echtheit nicht an einen unbekannten Dritten zahlen muss. Eine Kopie der Abtretungserklärung kann beigefügt werden.
  • Vorrangige Abtretungen beachten: Eine Forderung kann nur einmal wirksam abgetreten werden. Bei Mehrfachabtretungen gilt: Wer zuerst abgetreten bekommen hat, ist Inhaber der Forderung. Als Zessionar solltest du dir bestätigen lassen, dass keine vorrangige Abtretung besteht.
  • Einwendungen des Schuldners berücksichtigen: Der Schuldner kann dem neuen Gläubiger alle Einwendungen entgegenhalten, die er gegen den alten Gläubiger hatte (§ 404 BGB). Prüfe vor der Abtretung, ob die Forderung möglicherweise mit Mängeln behaftet ist oder der Schuldner Gegenansprüche hat.
  • Stille vs. offene Abtretung: Bei der stillen Abtretung wird der Schuldner nicht informiert. Der Zedent zieht die Forderung weiterhin ein und leitet das Geld an den Zessionar weiter. Dies ist bei der Sicherungsabtretung üblich, birgt aber Risiken bei Insolvenz des Zedenten.

Expertentipp:

Bei der Sicherungsabtretung sollte im Vertrag klar geregelt sein, wann der Sicherungsnehmer die Forderung einziehen darf (Verwertungsfall). Eine offene Abtretung mit Information des Schuldners bietet mehr Sicherheit.

Wichtige Erkenntnisse

Die Abtretung einer Forderung ist ein flexibles Instrument zur Übertragung von Geldforderungen. Sie ermöglicht Factoring, Kreditsicherung und Forderungsverkauf – ohne dass der Schuldner zustimmen muss.

Nutze unser kostenloses Abtretungserklärungsmuster als Ausgangspunkt für deine eigene Erklärung.

Frequently Asked Questions

Welche Arten von Abtretungen gibt es?
Ähnelt die Abtretung anderen Rechtsdokumenten?
Ist eine Abtretungserklärung zwingend erforderlich?
Was ist bei einer Abtretungserklärung nicht erlaubt?
Welche Voraussetzungen gelten für eine Abtretung?
Was ist nach Erstellung der Abtretungserklärung zu tun?
Welche Unterlagen sollten der Abtretung beigefügt werden?
Sollte die Abtretungsanzeige per Einschreiben erfolgen?
Welche Gesetze sind bei Abtretungen anwendbar?
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