Was ist ein Widerspruch gegen eine Lastschrift?
Ein Widerspruch gegen eine Lastschrift ist deine Reaktion, wenn Geld per Lastschrift von deinem Konto abgebucht wurde, das du zurückfordern möchtest. Du kannst die Lastschrift zurückbuchen lassen, sodass dir der Betrag wieder gutgeschrieben wird. Bei einer erteilten Einzugsermächtigung geht das innerhalb von acht Wochen sogar ohne Angabe von Gründen.
Zu unterscheiden ist der Widerspruch gegen eine Lastschrift vom Widerruf des SEPA-Mandats. Wer eine Lastschrift widerrufen und künftige Abbuchungen verhindern will, muss das Mandat gegenüber dem Zahlungsempfänger widerrufen. Die Rückbuchung betrifft dagegen die einzelne bereits erfolgte Abbuchung.
Expertentipp:
Beachte, dass die Rückbuchung einer berechtigten Lastschrift die zugrunde liegende Forderung nicht beseitigt. Der Zahlungsempfänger kann das Geld erneut verlangen, weshalb du bei einer nicht mehr gewünschten Zahlung zusätzlich das Mandat widerrufen oder den Vertrag kündigen solltest.
Wann kann man einer Lastschrift widersprechen?
Ob und wie lange du einer Lastschrift widersprechen kannst, hängt vor allem davon ab, ob ein gültiges Mandat vorlag. Die folgenden Fälle sind besonders wichtig.
1. Bei unberechtigten Abbuchungen
Wurde ein falscher Betrag abgebucht, eine bereits gekündigte Leistung eingezogen oder doppelt belastet, ist die Abbuchung unberechtigt. In diesen Fällen kannst du die Lastschrift zurückbuchen lassen und den Betrag zurückfordern.
2. Bei fehlendem SEPA-Mandat
Hast du nie ein SEPA-Lastschriftmandat erteilt, ist die Abbuchung nicht autorisiert. Solche unautorisierten Lastschriften sind besonders geschützt, und die Bank muss dir den Betrag erstatten.
3. Innerhalb der Erstattungsfrist
Entscheidend ist die Frist: Eine autorisierte SEPA-Basislastschrift kannst du innerhalb von acht Wochen zurückbuchen lassen, eine unautorisierte innerhalb von 13 Monaten. Nach Ablauf dieser Fristen ist eine Rückbuchung grundsätzlich nicht mehr möglich.
4. Bei fehlerhaften oder doppelten Buchungen
Auch technische Fehler, etwa eine versehentlich doppelt ausgeführte Abbuchung, berechtigen zum Widerspruch. Prüfe in solchen Fällen deine Kontoauszüge genau und stoße die Rückbuchung zügig an.
Wie widerspricht man einer Lastschrift richtig?
Der Widerspruch gegen eine Lastschrift ist unkompliziert, wenn du die Fristen kennst. Die folgenden Schritte helfen dir dabei.
Schritt 1: Rückbuchung bei der Bank veranlassen
Die Rückbuchung veranlasst du direkt bei deiner Bank, meist bequem über das Online-Banking, die App, telefonisch oder in der Filiale. Der Betrag wird dir in der Regel innerhalb weniger Tage wieder gutgeschrieben, und für die Rückbuchung fallen keine Bankgebühren an.
Schritt 2: Achtwöchige Frist bei erteiltem Mandat nutzen
Lag ein gültiges SEPA-Lastschriftmandat vor, kannst du die Lastschrift innerhalb von acht Wochen ab Belastung ohne Angabe von Gründen zurückbuchen lassen (§ 675x BGB). Die Bank darf die Rückbuchung in dieser Frist nicht ablehnen.
Schritt 3: 13-Monats-Frist ohne Mandat beachten
Fehlt ein gültiges Mandat, ist die Abbuchung unautorisiert, und du hast 13 Monate ab Belastung Zeit, die Erstattung zu verlangen (§ 675u BGB). Die Bank muss den Betrag unverzüglich zurückbuchen und dein Konto so stellen, als hätte die Abbuchung nie stattgefunden.
Schritt 4: SEPA-Mandat gegenüber dem Zahlungsempfänger widerrufen
Willst du künftige Abbuchungen verhindern, widerrufe zusätzlich das SEPA-Mandat direkt beim Zahlungsempfänger. So stellst du sicher, dass nach der Rückbuchung nicht erneut abgebucht wird.
Expertentipp:
Mit einem Dokumentengenerator wie Legally.io kannst du deinen Widerspruch gegen die Lastschrift als Muster Schritt für Schritt erstellen. So sind Konto- und Buchungsdaten, Betrag und der Widerruf des Mandats sauber angegeben.
Was muss der Widerspruch enthalten?
Damit der Widerspruch eindeutig ist, sollten folgende Angaben enthalten sein.
- Konto- und Buchungsdaten: deine IBAN und die Angaben zur beanstandeten Buchung, damit die Lastschrift eindeutig zugeordnet werden kann.
- Betrag und Datum der Lastschrift: die genaue Höhe und das Datum der Abbuchung, die du zurückbuchen lassen möchtest.
- Grund des Widerspruchs: bei einer unautorisierten Lastschrift der Hinweis, dass kein gültiges Mandat vorliegt; innerhalb der Achtwochenfrist ist keine Begründung nötig.
- Angaben zum Zahlungsempfänger und zur Mandatsreferenz: Name des Empfängers und, sofern vorhanden, die Mandatsreferenz und die Gläubiger-Identifikationsnummer.
- Aufforderung zur Rückbuchung sowie Datum und Unterschrift: die klare Aufforderung, den Betrag zurückzubuchen, mit aktuellem Datum und Unterschrift.
Praktische Tipps für den Widerspruch gegen eine Lastschrift
Mit ein paar einfachen Maßnahmen behältst du die Kontrolle über deine Abbuchungen. Diese Tipps helfen dir dabei.
- Kontoauszüge regelmäßig prüfen: kontrolliere deine Umsätze regelmäßig, damit du unberechtigte Abbuchungen früh erkennst und die Fristen wahrst.
- Widerspruch schriftlich dokumentieren: halte deinen Widerspruch und die Rückbuchungsanforderung schriftlich fest und bewahre eine Eingangsbestätigung der Bank auf.
- Zahlungsempfänger informieren: teile dem Zahlungsempfänger mit, dass du der Abbuchung widersprochen und gegebenenfalls das Mandat widerrufen hast.
- Fristen genau beachten: achte auf die Acht-Wochen- beziehungsweise 13-Monats-Frist, da dein Erstattungsanspruch danach erlischt.
- Bei Betrugsverdacht schnell handeln: informiere bei unbekannten Abbuchungen sofort deine Bank und ändere gegebenenfalls deine Online-Banking-Zugangsdaten.
Expertentipp:
Denk daran, dass eine SEPA-Firmenlastschrift im Geschäftsverkehr nach der Belastung nicht mehr zurückgebucht werden kann. Prüfe solche Abbuchungen deshalb besonders sorgfältig und zeitnah.
Wichtigste Erkenntnisse
Ein Widerspruch gegen eine Lastschrift ermöglicht es dir, eine Abbuchung über deine Bank zurückbuchen zu lassen: bei erteiltem Mandat innerhalb von acht Wochen ohne Begründung, bei fehlendem Mandat innerhalb von 13 Monaten. Die Rückbuchung ist kostenlos, beseitigt aber bei einer berechtigten Forderung nicht die Zahlungspflicht.
Wer die Kontoauszüge prüft, die Fristen beachtet, den Widerspruch dokumentiert und bei unerwünschten Zahlungen zusätzlich das SEPA-Mandat widerruft, behält die Kontrolle über sein Konto. Eine geprüfte Vorlage hilft, alle Angaben zu berücksichtigen.



