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Anforderung eines Ausbildungszeugnisses

Vorlage und Anleitung für die Anforderung eines Ausbildungszeugnisses

Anforderung eines Ausbildungszeugnisses
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2026
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Antrag auf Ausstellung eines Ausbildungszeugnisses, Aufforderung zur Zeugniserteilung nach Ausbildung, Bitte um Erstellung eines Lehrzeugnisses
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Anforderung eines Ausbildungszeugnisses
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Die Anforderung eines Ausbildungszeugnisses gehört zu den wichtigsten Schritten am Ende einer Berufsausbildung – und wird dennoch von vielen Auszubildenden vergessen oder zu spät angegangen. Das Ausbildungszeugnis ist nicht nur ein Nachweis der absolvierten Ausbildung, sondern auch ein zentrales Dokument für spätere Bewerbungen, das deine Leistungen und Fähigkeiten gegenüber zukünftigen Arbeitgebern belegt. Ob du dein Zeugnis erstmalig anforderst, ein verlorenes Ausbildungszeugnis ersetzen lassen möchtest oder ein fehlerhaftes Zeugnis beanstanden willst: Die Anforderung muss richtig formuliert sein.

In diesem Artikel erfährst du, was ein Ausbildungszeugnis ist, wann und wie du es anforderst und welche Inhalte das Anforderungsschreiben enthalten muss. Zudem erhältst du eine ausführliche Vorlage zur Orientierung.

Table of Contents

Was ist die Anforderung eines Ausbildungszeugnisses?

Die Anforderung eines Ausbildungszeugnisses ist ein schriftliches Ersuchen des Auszubildenden an den Ausbildungsbetrieb, ein Zeugnis über die absolvierte Berufsausbildung auszustellen. Das Ausbildungszeugnis ist ein arbeitsrechtliches Dokument, das der Ausbildungsbetrieb – also der Arbeitgeber – am Ende der Ausbildung ausstellen muss. Es ist nicht mit dem IHK-Ausbildungszeugnis oder dem Prüfungszeugnis der zuständigen Kammer zu verwechseln, die die bestandene Abschlussprüfung bescheinigt. Das betriebliche Ausbildungszeugnis dokumentiert die im Betrieb erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten sowie – beim qualifizierten Ausbildungszeugnis – die Leistung und das Verhalten des Auszubildenden.

Die rechtliche Grundlage ergibt sich aus § 16 Berufsbildungsgesetz (BBiG). Danach hat der Ausbildende – also der Ausbildungsbetrieb – dem Auszubildenden bei Beendigung des Berufsausbildungsverhältnisses ein schriftliches Zeugnis auszustellen. Diese Ausbildungszeugnispflicht besteht kraft Gesetzes und bedarf keiner Aufforderung des Auszubildenden. In der Praxis kommt es dennoch häufig vor, dass Betriebe das Zeugnis nicht automatisch ausstellen oder es verzögern. Deine schriftliche Anforderung stellt sicher, dass der Anspruch dokumentiert wird und der Betrieb eine konkrete Frist erhält.

Das Ausbildungszeugnis kann als einfaches oder qualifiziertes Zeugnis ausgestellt werden. Ein einfaches Zeugnis enthält lediglich Angaben zur Art, zur Dauer und zum Ziel der Ausbildung sowie zu den erworbenen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnissen und Fähigkeiten. Das qualifizierte Ausbildungszeugnis enthält darüber hinaus Angaben zum Verhalten und zur Leistung des Auszubildenden. Da das qualifizierte Zeugnis für Bewerbungen deutlich aussagekräftiger ist, solltest du in deiner Anforderung ausdrücklich ein qualifiziertes Ausbildungszeugnis verlangen.

Wann muss man ein Ausbildungszeugnis anfordern?

1. Am Ende der Berufsausbildung

Der häufigste Anlass für die Anforderung ist das reguläre Ende der Berufsausbildung. Mit Bestehen der Abschlussprüfung endet das Ausbildungsverhältnis, und der Betrieb ist verpflichtet, ein Ausbildungszeugnis auszustellen. Idealerweise forderst du das Zeugnis bereits einige Wochen vor dem letzten Arbeitstag an, damit der Betrieb genügend Zeit hat, es sorgfältig zu erstellen. Viele Auszubildende warten darauf, dass der Betrieb von sich aus tätig wird – und stellen dann fest, dass das Zeugnis zum Ausbildungsende nicht vorliegt. Eine frühzeitige schriftliche Anforderung vermeidet diese Situation und gibt dir die Möglichkeit, ein fehlerhaftes Zeugnis noch während der verbleibenden Ausbildungszeit zu beanstanden.

2. Bei Verlust oder Beschädigung des Originals

Wenn du dein Ausbildungszeugnis verloren hast oder es beschädigt wurde, hast du grundsätzlich die Möglichkeit, beim ehemaligen Ausbildungsbetrieb eine Zweitschrift oder Kopie anzufordern. Der Betrieb ist zwar nicht verpflichtet, ein neues Original auszustellen, muss aber in der Regel eine beglaubigte Kopie ermöglichen, sofern die Personalakte noch vorhanden ist. Falls der Betrieb nicht mehr existiert, kann unter Umständen die zuständige Industrie- und Handelskammer (IHK) oder die Handwerkskammer helfen, da dort Prüfungsunterlagen archiviert werden. Ein verlorenes IHK-Ausbildungszeugnis – also das Prüfungszeugnis der Kammer – kann bei der zuständigen IHK als Zweitschrift beantragt werden.

Expertentipp:

Bewahre immer eine beglaubigte Kopie deines Ausbildungszeugnisses getrennt vom Original auf. So bist du im Fall eines Verlustes abgesichert und musst nicht den aufwendigen Weg über den ehemaligen Arbeitgeber oder die Kammer gehen.

3. Für Bewerbungen und Nachweise gegenüber Behörden

Das Ausbildungszeugnis wird regelmäßig bei Bewerbungen verlangt und kann auch als Nachweis gegenüber Behörden erforderlich sein – etwa bei der Beantragung einer Berufszulassung, bei der Anerkennung ausländischer Abschlüsse oder bei der Anmeldung zu Weiterbildungen. Wenn du dein Zeugnis für solche Zwecke benötigst und es noch nicht vorliegt, ist die schriftliche Anforderung beim Ausbildungsbetrieb der richtige Weg.

4. Bei vorzeitiger Beendigung der Ausbildung

Auch, wenn die Ausbildung vorzeitig endet – sei es durch Kündigung, Aufhebungsvertrag oder Nichtbestehen der Abschlussprüfung –, hast du Anspruch auf ein Ausbildungszeugnis. Der Betrieb muss das Zeugnis auch in diesen Fällen ausstellen. Es dokumentiert dann die bis zum Beendigungszeitpunkt erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten. Gerade bei einer vorzeitigen Beendigung ist eine frühzeitige Anforderung besonders wichtig, da der Kontakt zum Betrieb anschließend oft abreißt.

Wie fordert man ein Ausbildungszeugnis an?

Schritt 1: Schriftliche Anforderung beim Ausbildungsbetrieb

Richte dein Anforderungsschreiben an den Ausbildungsbetrieb – konkret an die Personalabteilung oder an den Ausbilder, der für dich zuständig war. Formuliere klar, dass du die Ausstellung eines qualifizierten Ausbildungszeugnisses verlangst. Ein formloser Brief oder eine E-Mail genügt grundsätzlich; ein strukturiertes Schreiben wirkt jedoch professioneller und hinterlässt einen besseren Eindruck. Vermeide mündliche Anfragen, da diese im Streitfall nicht nachweisbar sind.

Schritt 2: Fristen und Form der Anforderung beachten

Der Anspruch auf ein Ausbildungszeugnis verjährt nach allgemeinen Verjährungsregeln grundsätzlich erst nach drei Jahren (§ 195 BGB). Das bedeutet, dass du auch nach dem Ende der Ausbildung noch ausreichend Zeit hast, das Zeugnis anzufordern. In der Praxis solltest du die Anforderung jedoch so früh wie möglich stellen, da mit zunehmender Zeit die Erinnerung des Ausbilders an deine Leistungen verblasst und das Zeugnis weniger detailliert ausfallen kann. Setze dem Betrieb eine angemessene Frist von zwei bis drei Wochen für die Ausstellung.

Schritt 3: Bei Ablehnung rechtliche Schritte einleiten

Weigert sich der Ausbildungsbetrieb, das Zeugnis auszustellen, kannst du deinen Anspruch gerichtlich durchsetzen. Die zuständige Stelle ist das Arbeitsgericht. Vor einer Klage empfiehlt sich jedoch ein Schlichtungsversuch bei der zuständigen IHK oder Handwerkskammer, die in Ausbildungsstreitigkeiten vermitteln kann. Auch ein anwaltliches Schreiben führt in vielen Fällen dazu, dass der Betrieb einlenkt und das Zeugnis ausstellt.

Expertentipp:

Wenn du das Gefühl hast, dass das Ausbildungszeugnis nicht deinen tatsächlichen Leistungen entspricht, hast du das Recht, eine Korrektur zu verlangen. Beanstande fehlerhafte oder unvollständige Formulierungen schriftlich und nenne konkret, welche Passagen du für unzutreffend hältst und warum.

Schritt 4: Ausbildungszeugnis auf Vollständigkeit und Richtigkeit prüfen

Sobald du das Zeugnis erhalten hast, prüfe es sorgfältig auf inhaltliche Richtigkeit, Vollständigkeit und die üblichen Formulierungen. Ein qualifiziertes Ausbildungszeugnis muss bestimmte Angaben enthalten und darf keine unzulässigen negativen Codes oder Auslassungen enthalten, die auf eine schlechte Bewertung hindeuten. Achte besonders auf die sogenannte Zeugnissprache, bei der scheinbar positive Formulierungen tatsächlich eine unterdurchschnittliche Bewertung bedeuten können.

Was muss das Schreiben zur Anforderung des Ausbildungszeugnisses enthalten?

  • Angaben zur Person und zur absolvierten Ausbildung: dein vollständiger Name, deine aktuelle Adresse, der Ausbildungsberuf, der Ausbildungszeitraum (Beginn und Ende) und der Name des Ausbildungsbetriebs.
  • Konkrete Bitte um Ausstellung des qualifizierten Zeugnisses: Formuliere eindeutig, dass du ein qualifiziertes Ausbildungszeugnis verlangst, das Angaben zu Leistung und Verhalten enthält. So stellst du sicher, dass du nicht nur ein einfaches Zeugnis erhältst.
  • Bezugnahme auf den Rechtsanspruch: Ein kurzer Verweis auf § 16 BBiG macht deutlich, dass du deinen gesetzlichen Anspruch kennst und ihn geltend machst.
  • Fristsetzung: Setze dem Betrieb eine angemessene Frist von zwei bis drei Wochen für die Ausstellung des Zeugnisses.
  • Adresse für die Zusendung: Gib an, an welche Adresse das Zeugnis gesendet werden soll, falls du nicht mehr im Betrieb anwesend bist.
  • Datum und Unterschrift: Versehe das Schreiben mit dem aktuellen Datum und deiner eigenhändigen Unterschrift.

Praktische Tipps für die Anforderung des Ausbildungszeugnisses

  • Anforderung rechtzeitig vor dem letzten Arbeitstag stellen: Stelle die Anforderung deines Ausbildungszeugnisses spätestens zwei bis drei Wochen vor dem Ende deiner Ausbildung. So hat der Betrieb genügend Vorlaufzeit, um das Zeugnis sorgfältig zu erstellen, und du kannst es noch während deiner Ausbildungszeit prüfen und gegebenenfalls Korrekturen einfordern. Wenn du das Zeugnis erst nach dem Ausscheiden anforderst, verlierst du den direkten Zugang zum Betrieb und die Kommunikation wird oft schwieriger.
  • Unterschied zwischen einfachem und qualifiziertem Zeugnis kennen: Das einfache Ausbildungszeugnis enthält nur Angaben zur Art, zur Dauer und zum Ziel der Ausbildung sowie zu den erworbenen Fertigkeiten und Kenntnissen. Das qualifizierte Ausbildungszeugnis enthält zusätzlich eine Beurteilung deiner Leistung und deines Verhaltens während der Ausbildung. Für Bewerbungen ist das qualifizierte Zeugnis deutlich wertvoller, da es potenziellen Arbeitgebern ein umfassendes Bild deiner Fähigkeiten vermittelt. Verlange deshalb immer ausdrücklich ein qualifiziertes Ausbildungszeugnis.
  • Fehlerhafte Zeugnisse sofort beanstanden und Korrektur verlangen: Prüfe dein Ausbildungszeugnis unmittelbar nach Erhalt auf inhaltliche Fehler, fehlende Angaben und unzulässige Formulierungen. Typische Fehler sind falsche Ausbildungszeiträume, fehlende Aufgabenbeschreibungen, unübliche Formulierungen, die in der Zeugnissprache eine negative Bewertung bedeuten, oder das Fehlen der Schlussformel mit Dankes- und Zukunftswünschen. Beanstande Fehler schriftlich und konkret: Benenne die betreffende Passage und erkläre, warum sie unzutreffend ist und welche Formulierung du für angemessen hältst.
  • Ausbildungszeugnisformulierungen kennen und einordnen: Die Zeugnissprache folgt festen Konventionen, die nicht immer auf den ersten Blick erkennbar sind. Formulierungen wie „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit" entsprechen einer Bestnote, während „zu unserer Zufriedenheit" nur eine durchschnittliche Bewertung darstellt. Fehlt die Schlussformel mit Bedauern über das Ausscheiden und guten Wünschen für die Zukunft, kann das als negatives Signal gewertet werden. Informiere dich über die gängigen Ausbildungszeugnisforderungen, um dein Zeugnis richtig einzuordnen und bei Bedarf eine Korrektur zu verlangen.

Expertentipp:

Wenn du unsicher bist, ob dein Anforderungsschreiben alle notwendigen Angaben enthält, kannst du es mit einem Dokumentengenerator wie Legally.io erstellen lassen. Die Plattform hilft dir, ein professionelles Muster für die Anforderung deines Ausbildungszeugnisses zu erstellen.

Wichtigste Erkenntnisse

Die Anforderung eines Ausbildungszeugnisses ist ein einfacher, aber wichtiger Schritt, um dein Recht auf ein vollständiges und faires Zeugnis am Ende der Berufsausbildung durchzusetzen. Der Ausbildungsbetrieb ist nach § 16 BBiG gesetzlich verpflichtet, dir ein Zeugnis auszustellen – diese Ausbildungszeugnispflicht besteht kraft Gesetzes. Fordere immer ein qualifiziertes Ausbildungszeugnis an, prüfe die Formulierungen sorgfältig, beanstande Fehler sofort und bewahre eine beglaubigte Kopie auf. Mit einem professionellen Anforderungsschreiben, einer angemessenen Frist und dem Wissen um deine Rechte sicherst du dir ein Zeugnis, das deine Ausbildungsleistung angemessen würdigt.

Frequently Asked Questions

Hat man Anspruch auf ein Ausbildungszeugnis?
Was ist der Unterschied zwischen einem einfachen und einem qualifizierten Ausbildungszeugnis?
Wann muss der Ausbildungsbetrieb das Zeugnis ausstellen?
Was kann man tun, wenn der Betrieb das Ausbildungszeugnis verweigert?
Kann man ein verlorenes Ausbildungszeugnis ersetzen lassen?
Was muss ein qualifiziertes Ausbildungszeugnis enthalten?
Wie formuliert man ein gutes Ausbildungszeugnis?
Kann man gegen ein schlechtes Ausbildungszeugnis vorgehen?
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