Was ist ein Zusatz zum Wohnraummietvertrag?
Ein Zusatz zum Wohnraummietvertrag ist eine Zusatzvereinbarung, die den bestehenden Mietvertrag ergänzt oder ändert, ohne ihn vollständig neu abzuschließen. Bei der Änderung der Mietpartei hält der Nachtrag fest, wer künftig Vertragspartei ist. Der ursprüngliche Mietvertrag bleibt im Übrigen unverändert bestehen.
Da der Wechsel einer Mietpartei eine Vertragsänderung ist, müssen alle Beteiligten zustimmen. Ein Mieter kann also nicht allein einen weiteren Bewohner zur Vertragspartei machen oder sich selbst aus dem Vertrag streichen. Die Zusatzvereinbarung zum Mietvertrag dokumentiert die einvernehmliche Änderung.
Expertentipp:
Hole vor jeder Änderung der Mietpartei die Zustimmung des Vermieters ein. Ohne sie ist der Austausch oder die Aufnahme einer Mietpartei nicht wirksam, unabhängig davon, was die Mieter untereinander vereinbaren.
Wann ist ein Zusatz zur Änderung der Mietpartei erforderlich?
Ein Zusatz zur Änderung der Mietpartei wird immer dann nötig, wenn sich auf Mieterseite die Personen ändern. Die folgenden Fälle sind besonders häufig.
1. Bei Aufnahme eines neuen WG-Mitbewohners
Soll ein neuer Mitbewohner nicht nur einziehen, sondern auch Vertragspartei werden, ist ein Nachtrag zum Mietvertrag erforderlich. Er nimmt die neue Person mit allen Rechten und Pflichten in den Vertrag auf.
2. Beim Austausch einer Mietpartei
Verlässt ein Mieter die Wohnung und rückt eine andere Person nach, spricht man von einem Mieterwechsel. Der Zusatz regelt, dass die ausscheidende Partei ersetzt wird und die neue Partei in den Vertrag eintritt.
3. Beim Ausscheiden eines bisherigen Mieters
Zieht in einer gemeinsamen Wohnung nur eine Person aus, etwa nach einer Trennung, während die andere bleibt, muss die ausscheidende Partei aus dem Vertrag entlassen werden. Der Nachtrag legt fest, wer den Vertrag fortführt.
4. Bei Namens- oder Personenänderungen innerhalb der Wohnung
Auch weitere Änderungen auf Mieterseite, etwa ein Wechsel innerhalb einer Wohngemeinschaft, lassen sich mit einem Zusatz sauber regeln. So bleibt jederzeit klar, wer Vertragspartei ist und für die Miete haftet.
Wie vereinbart man den Nachtrag richtig?
Ein sauberer Nachtrag ist eindeutig, vollständig und von allen getragen. Die folgenden Schritte helfen dir dabei:
Schritt 1: Zustimmung von Vermieter und allen Mietparteien einholen
Ein Wechsel der Mietpartei ist nur wirksam, wenn der Vermieter und alle bisherigen sowie die neue Mietpartei zustimmen. Hole diese Zustimmung ausdrücklich ein, denn es handelt sich um eine dreiseitige Vereinbarung.
Schritt 2: Rechte und Pflichten der neuen Mietpartei regeln
Halte fest, dass die neue Mietpartei in alle Rechte und Pflichten des bestehenden Mietvertrags eintritt, etwa in die Miethöhe, die Nebenkosten und die Haftung. In einer gemeinsamen Wohnung haften die Mietparteien in der Regel gesamtschuldnerisch.
Schritt 3: Den Zusatz schriftlich zum bestehenden Vertrag festhalten
Formuliere die Änderung als schriftlichen Nachtrag und nimm ausdrücklich Bezug auf den ursprünglichen Mietvertrag. Stelle klar, dass alle übrigen Regelungen unverändert weitergelten. Die Schriftform ist besonders bei länger laufenden Verträgen wichtig (§ 550 BGB).
Schritt 4: Kaution und Haftung der ausscheidenden Partei klären
Regele, wie mit der Kaution verfahren wird und ab wann die ausscheidende Partei nicht mehr haftet. Eine klare Haftungsabgrenzung und die Aufteilung der Kautionsanteile vermeiden späteren Streit.
Expertentipp:
Mit einem Dokumentengenerator wie Legally.io kannst du deinen Zusatz zum Wohnraummietvertrag als Muster oder Vorlage Schritt für Schritt erstellen. So sind der Bezug zum Mietvertrag, der Zeitpunkt der Änderung, die Kaution und die Haftung sauber geregelt.
Was muss der Zusatz enthalten?
Damit der Zusatz eindeutig ist, sollten folgende Angaben enthalten sein:
- Bezug auf den bestehenden Mietvertrag: die genaue Bezeichnung des ursprünglichen Mietvertrags mit Datum, damit klar ist, welcher Vertrag geändert wird.
- Daten der neuen und der bisherigen Mietparteien: vollständige Namen und Anschriften aller Mietparteien sowie des Vermieters.
- Zeitpunkt der Änderung und Haftungsregelung: das Datum, ab dem die Änderung gilt, und die Regelung, ab wann die neue Partei haftet und die ausscheidende Partei entlassen ist.
- Regelung zur Kaution: Angabe, wie die Kaution bei Änderung der Mietparteien übergeht oder aufgeteilt wird.
- Zustimmung des Vermieters sowie Datum und Unterschriften: die ausdrückliche Zustimmung des Vermieters und die Unterschriften aller Beteiligten mit Datum.
Praktische Tipps für den Zusatz zur Änderung der Mietpartei
Mit einer sorgfältigen Gestaltung vermeidest du spätere Konflikte. Diese Tipps helfen dir dabei:
- Kautionsanteile klar aufteilen: Regele eindeutig, wer welchen Anteil der Kaution erhält oder stellt, damit es beim Wechsel nicht zu Streit über das hinterlegte Geld kommt.
- Haftungsregeln der ausscheidenden Partei: Halte fest, dass die ausscheidende Partei ab dem Stichtag aus der Haftung entlassen ist, um eine fortdauernde Mithaftung zu vermeiden.
- Alle Beteiligten unterschreiben lassen: Sorge dafür, dass Vermieter sowie bisherige und neue Mietparteien unterschreiben, denn nur dann ist die Änderung verbindlich.
- Übergabe und Zählerstände dokumentieren: Halte bei einem Wechsel den Zustand der Wohnung und die Zählerstände fest, wenn sich die Nutzung ändert.
- Alles schriftlich festhalten: Dokumentiere die gesamte Änderung, damit jederzeit nachvollziehbar ist, wer ab wann Vertragspartei ist.
Expertentipp:
Achte auf die gesamtschuldnerische Haftung. Ohne eine ausdrückliche Entlassung kann eine ausscheidende Mietpartei weiterhin für Verpflichtungen aus dem Mietverhältnis haften, weshalb eine klare schriftliche Freistellung wichtig ist.
Wichtigste Erkenntnisse
Ein Zusatz zum Wohnraummietvertrag zur Änderung der Mietpartei regelt die Aufnahme, das Ausscheiden oder den Austausch einer Mietpartei. Da es sich um eine Vertragsänderung handelt, sind die Zustimmung des Vermieters und aller Mietparteien erforderlich; der übrige Mietvertrag bleibt unverändert bestehen.
Wer die Zustimmung aller einholt, Rechte, Pflichten, Kaution und Haftung klar regelt und den Nachtrag schriftlich festhält, sorgt für einen reibungslosen Wechsel. Eine geprüfte Vorlage hilft dabei, alle Punkte zu berücksichtigen.






